Ein kurzes Update

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So, nun ist meine merkwürdige Erkrankung geklärt. Issac, der gestern aus dem Landesinneren gekommen ist und sich dort auch einen Ausschlag am Hals eingehandelt hat, ist gestern Abend noch mit Jaqueline vorbei gekommen. Da Isaac heute schon wieder ins Landesinnere aufgebrochen ist und mich so zu seinem Bedauern nicht zum Arzt begleiten konnte, haben die beiden mich zum Dermatologen ihres Vertrauens geschickt. Einmal bei mir gelandet sind die beiden gerne geblieben, um noch etwas Zeit mit mir zu verbringen. Da war ein genialer Abend vorprogrammiert! Es ist einfach unglaublich, wie geschickt sich Issac in bestimmten Themen ausdrücken und wie viel unbedachten Blödsinn man auf der anderen Seite mit ihm reden kann. Auf jeden Fall war es schön, die beiden nach 2 Wochen nun wiederzusehen.

Bei dem Dermatologen bin ich heute mit Lorène aufgekreuzt.
Dort wurde mir eine Infektion durch Staphylokokken bzw. Streptokokken diagnostiziert. Würde mit meinem momentanen Erscheinungsbild und auch mit meiner Erkältung mit leichten Ohrenschmerzen zusammenpassen, die hatte ich bis zuletzt dem ständigen Wetterwechsel zugeschrieben. Also nehme ich jetzt brav meine Medikamente und tupfe und creme. In 6 Tagen soll der Spaß dann vorbei sein – wenn nicht, bittet Onkel Doktor um einen Anruf.

Ansonsten habe ich heute meinen ersten Vormittag in der classe d’accueil verbracht. Dort sind ca. 7 Kinder anwesend. Der Nachmittag ging ja für den Arztbesuch flöten.
Auf jeden Fall ist die Stimmung in der Klasse sehr entspannt! Bis um ca. 10.00 Uhr fand der Unterricht statt, in dem jedes Kind zunächst einzeln (auf Französisch) begrüßt wurde. Dann haben verschiedene Früchte die Runde gemacht, deren Name auf Kirundi wiederholt werden sollte – die Lehrerin ging mit sehr viel Geduld und Ruhe an diese Aufgabe! Dennoch war sie für viele nicht zu bewältigen, da sie kaum sprechen, wohl aber verstehen können. So bestätigten sie den richtigen Namen der Frucht mit „Ja“ oder einem Kopfnicken. Danach ging es ans Zähneputzen. Jedem einzelnen Kind haben wir dabei geholfen und versucht, es zum selbstständigen Putzen zu animieren – was in einigen Fällen schon gut klappt!
Nach der Pause, d.h. ab ca. 10.20 Uhr bis 12.00 Uhr, wurde gespielt. Vergleichbar war dies mit dem Spielen in der Ergotherapie – denn die Kinder aus der classe d’accueil verbringen dort ja auch ihre Nachmittage und haben benötigen so noch Unterstützung. D.h. auch in der classe d’accueil wird geübt, Gegenstände zu greifen, Lego-Kötze ineinander zu stecken,… Ein selbstständiges Spiel findet kaum statt, die Kinder müssen noch dazu animiert werden – abgesehen von drei Kindern. Eins der Drei spielt allerdings auf seine eigene Art und Weise-denn erst wenn die Gegenstände durch den Raum fliegen ist es zufrieden.
Eine absolute Nervenarbeit ihn davon abzubringen und sich gleichzeitig um die Anderen zu kümmern! Da wir zu viert waren (die Lehrerin, eine Mutter, ein älteres Heimkind und ich), war das aber gut machbar!
Mal schauen, was die nächsten Tage bereithalten! ;)

Schritt für Schritt

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Martine und Kathrin sind heute abgereist, bereits in einer Woche werden aber die nächsten 2 “Médecins sans Vacances” hier in Burundi eintreffen, um ca. 2 Wochen im Centre zu arbeiten. Auch meine 2 wunderbaren Wochen in der Kinesiotherapie sind nun vorbei – ab Montag geht’s für eine Woche in die erste Klasse! Denn gemeinsam mit der Leiterin des Centre habe ich einen Plan entworfen der vorsieht, dass ich bis zu den Weihnachtsferien alle Bereiche kennengelernt habe. Ab Januar soll ich meinen festen Platz im Centre gefunden haben. Nachmittags werde ich aber weiterhin in der Kinesiotherapie sein. Zum Einen findet der Unterricht nur vormittags statt. Nachmittags finden für die Größeren verschiedenen Aktivitäten auf dem Gelände statt – sei es Sport, Gartenarbeit,… Zum Anderen sind die Kinder, die die classe d’accueil besuchen, nachmittags in der Kinesiotherapie, damit sie dort weitere Fähigkeiten schulen. Unabhängig davon werde ich aber auch in den Folgewochen die Nachmittage in der Kinesiotherapie verbringen. Denn vormittags kommen die Kinder von außerhalb mit ihren Müttern, die die entsprechenden Übungen mit ihren Kindern 3x pro Woche im Centre durchführen.
Gerade nachmittags gibt es aber jede Menge zu tun. Denn dann sind hauptsächlich die Kinder aus dem Centre anwesend –die morgendliche eins zu eins Betreuung ist also aufgehoben ;) .
Ab sofort werde ich übrigens jeden Mittwoch frei haben, dies gilt generell für die „Langzeitpraktikanten“ die im Centre arbeiten.

Am Freitag haben sich erste Anzeichen für eine positive Entwicklung der langwierigeren Arbeit gezeigt! Denn ein Mädchen, das nachmittags in der Kinesiotherapie ist, liebt es zu puzzeln. Wenn das Puzzleteil aber nicht richtig herum (Kopf oben) auf dem Holzbrettchen liegt hat sie es nicht geschafft, das Problem zu erkennen und zu beheben. Also habe ich mit ihr geübt, geübt und geübt – und tatsächlich! Statt wie gewohnt meinen Arm anzuticken (sie kann nicht sprechen, aber ganz normal hören), damit das Puzzleteil in die richtige Position gebracht wird, hat sie es am Freitag von Zeit zu Zeit tastender Weise allein geschafft! Und das ist in Anbetracht des motorischen Zustands, in dem sich ihre Hand befindet, ein großer Erfolg! Ich hoffe, dass es sich nicht um Zufälle handelte – die nächste(n) Woche(n) wird/werden es zeigen!
Auch der kleine Paul, der wenig von seiner Außenwelt wahrnimmt und auch kein Interesse an ihr zeigt -er ist Autist- macht Fortschritte. Denn er kann den ganzen Vormittag mit Begleitung und Hilfe eines Gehwagens durch die Gegend wandern. Dabei achtet er aber nicht darauf, wohin es geht. Er ist glücklich, wenn er sich über den Wagen lehnen und einen Fuß vor den anderen setzten kann. Ohne Stütze kann er aber noch nicht laufen. Und doch sind auch hier erste leise Fortschritte zu bemerken! Denn wenn man ein paar Meter läuft und ihm dabei nur die Hand zur Hilfe gibt, wurde das Gewicht, das daran hängt, etwas weniger.
Um mit den Kleinen gewisse Dinge zu lernen sind zwei Dinge unabkömmlich: Zeit und Geduld. Da die Zeit für die ausgebildeten Therapeuten aber ein knappes Gut ist, nutze ich meine Anwesenheit in der Kinesiotherapie also so gut es geht.
Fortschritte werden im Schneckentempo erzielt. Dafür nimmt man aber auch die kleinsten Regungen einer Hand, einen einzigen selbstständigen Schritt,… ganz anders wahr. Denn all dies zeigt: egal wie lange es dauert, es lohnt sich! Und vllt. wird das entsprechende Kind wie gehofft eines Tages einen Löffel halten, aufrecht sitzen oder selbstständig laufen können – außer Frage steht, dass es an derartigen Einrichtungen in Burundi nach wie vor mangelt.

Bubanza und eine ungeplante Auszeit

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Gestern bin ich mit Martine und Kathrin, den beiden Belgierinnen, nach Bubanza gefahren. Dort befindet sich eine „Zweigstelle“ des Centre Akamuri, die vor nicht allzu langer Zeit entstanden ist. Sie besteht aus 2 Klassen und der Ergotherapie, es ist also eine wesentlich kleinere Einrichtung.
Die Kinder dort sind wesentlich selbstständiger als im Centre. Vormittags, während Martine und Kathrin das mitgebrachte Material den Mitarbeitern des Centres erklärten, habe ich die Aufsicht über die Jungs und Mädels übernommen, damit sie nicht zwischen den Anderen herumwuseln.
Die Arbeit mit ihnen gestaltete sich als wesentlich einfacher als im Centre. Denn obwohl es ca. 15 Kinder waren, war es möglich, mit ihnen zu malen und zu spielen, auch wenn Einige dabei natürlich mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit benötigten als Andere.
Denn diejenigen, die den Stift nicht allein halten konnten, genossen es offensichtlich, dass ich ihre Hand mit dem Stift führte. Die Größeren hingegen waren stolz, ganz alleine Malen zu können – und forderten natürlich auf ihre Weise die nötige Anerkennung. Leben in die Bude kam, als ich begann, mit den selbstständigeren Kindern Klatschspiele zu erlernen. Das forderte natürlich auch Geduld und Zeit – zur Pause hin konnten sie aber vorgeführt werden.
Den Ehrgeiz in den Kindern zu wecken, sie zum Spielen zu animieren und so Schritt für Schritt gemeinsam etwas zu erlernen war im Centre bisher noch nicht möglich gewesen. Allerdings werde ich auch erst ab Montag die Klassen kennenlernen. Dort sind die Kinder untergebracht, die zum Einen etwas älter und zum Anderen natürlich auch selbstständiger als die Kinder in der Ergotherapie sind.
Trotzdem habe ich in Bubanza so aber eine neue Erfahrung machen können!
Den Kindern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern war aber auch Bubanza mit dem einfachsten Mittel möglich. Dies lautet schlicht und einfach: Zeit miteinander verbringen.

Trotz des wunderschönen Tages war ich froh, als ich  abends zu Hause ankam. Denn Sonntag haben sich zwei Mücken(?)stiche am Fuß entzündet. Und blöderweise hat mich ein Vieh dort erwischt, wo der Schmerz im Bein hochziehen und so das Laufen so zu einer verdammt schmerzhaften Angelegenheit machen konnte. Mit den Medikamenten, die ich hier hatte und die ich aus dem Centre mitgenommen habe, habe ich mich so über die Nacht gebracht. Heute Morgen war es dennoch nicht möglich, mich auf den Weg ins Centre zu machen. Also habe ich dort Bescheid gegeben und dann neue Medikamente in der Apotheke besorgt, was mir tatsächlich in Apotheke Nummer 5 gelang.
Dabei habe ich es strikt vermieden, jemandem aus meiner hiesigen „Familie“ :) Bescheid zu sagen. Denn sowohl gestern Abend im Centre als auch heute Morgen hier im Hotel konnte ich den Transport ins Krankenhaus und einen Anruf bei Alexandre mit ach und krach verhindern, denn das wäre völlig übertrieben gewesen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an dich Sabine – dank deiner Hustensaft-Anekdote ist mir einiges erspart geblieben ;) !!!!
Auf jeden Fall sind die Wunden um ein weiteres Mal versorgt und der Fuß ruhig gestellt. Und so ließen auch die Schmerzen seit heute Morgen kontinuierlich nach. Morgen kann ich also wieder durchstarten!
Ein weiteres Positives hat dieses kleine Knockout ebenfalls: denn seit Anfang November ist heute der erste Tag an dem ich tatsächlich nichts mache, weil ich nichts machen kann.
So bin ich zu einem Ruhetag verdonnert der mir die Möglichkeit bietet das, was ich täglich erlebe und tue, Revue-passieren zu lassen. Und daraus ergeben sich weitere Erkenntnisse (auch über mich!), die nicht ausschließlich positiv sind. Aber gerade deswegen unheimlich wichtig.

Märchenstunde in Gitega

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Wie schon berichtet ging es heute Morgen in aller früh um 06:00 Uhr nach Gitega, um den Straßensperren auf Grund der “travaux communautaires” zu entgehen, die am Vormittag im ganzen Land stattfinden sollen. Falsch gedacht, denn die Posten waren schon bezogen. Also wurde an jeder Sperre erklärt, dass die „Médecins Sans Vacances“ unterwegs sind. Ohne Probleme konnten wir so die Stadt verlassen – und mit uns die, die an der Sperre gewartet haben und das Gaspedal durchgetreten haben, um noch mit durch zu kommen.
Durch strömenden Regen ging es also gen Gitega. Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen und nachdem wir einige Zeit mit den Kindern verbracht haben, die im Hof zu lauter Musik tanzten, wurde uns das Centre gezeigt. Der Unterschied zum Centre Akamuri wurde nur allzu deutlich! das Centre ist eine riesige Einrichtung im Herzen Burundis, die sehr modern und mit jeder Menge Technik ausgestattet ist. Jedes Kind hat in den verschiedenen Schlafzimmern sein eigenes Bett mit Moskitonetz, in jedem Esssaal gibt es mindestens eine riesige Anlage, die den Raum beschallt. Hinter dem Centre wird ein riesiger Gebäudekomplex errichtet, in dem die „Brüder“, die im Centre arbeiten, wohnen werden – inklusive einem eigenen Küchenkomplex… Es wird auch wird ein Gästehaus errichtet, in dem Besucher nächtigen sollen. Und ich soll die erste sein. Denn es wird fest damit gerechnet, dass ich auch dort einige Zeit verbringe, um zu helfen. Die Motivation meinerseits wurde aber von Gebäude zu Gebäude geringer und verschwand letztendlich. Neben persönlichen Gründen ein weiteres großes Problem: abgesehen vom Leiter des Heims und einer Mitarbeiterin sprechen alle nur Kirundi. Da ist es doch einigermaßen ausweglos, effizient zu arbeiten und neue Ideen zu vermitteln. Gerade mit dem erlebten im Hinterkopf weiß ich nicht, ob man, wenn man tatsächlich vor Ort ist, eigene Ideen durchsetzten kann oder ob man nur als Funktionär mit gewissen Aufgaben betraut wird. Letzteres war eher mein Eindruck, so wurde mir vorgeschlagen, dass ich mich doch damit befassen könnte ein kleines Becken zu bauen, um die Therapiemöglichkeiten auszubauen. Ich ein Schwimmbecken bauen – die Fachkenntnisse für solche Aktionen sind sicher nicht in mir verankert. Interessant wäre es allerdings, ob die nötigen Investitionen dann getätigt werden könnten. Denn mehr als zu sagen, dass ein Schwimmbecken gebaut werden soll, kann ich nicht.
Es wurde auch die Gesamtsituation geschildert, die aber mit der gesehenen Realität schwer überein zu bringen war. U.a. wurden viele Tätigkeiten und Ateliers, die Angeboten werden sollten, als äußerst erfolgreich beschrieben – blöd nur, dass uns zwei Brüder durch das Heim führten und so zu viele Widersprüche auftraten, um das nun wirklich glauben zu können. Uns brannte die Frage auf den Lippen, ob diverse Neuerungen, die den Kindern zu Gute kommen würden, wirklich nicht durchzuführen seien? Wir haben versucht, den Vergleich zum Centre Akamuri deutlich zu machen – keine Chance! Mit einem dicken Hals wäre ich am liebsten wieder ins Auto gestiegen und zurück gefahren. Die Unfähigkeit, Informationen und Ideen anzunehmen ohne sie widerlegen zu wollen hat mich sehr geärgert. Denn der Bruder, der die Ergotherapie/Kinesiotherapie leitet, kennt das Centre Akamuri eigentlich sehr gut. Trotzdem behauptete er felsenfest, dass u.a. die finanziellen Möglichkeiten im Centre Akamuri wesentlich besser seien. Die Löhne in Bujumbura liegen jedoch unter dem, was in Gitega verdient wird. Und glücklicherweise steht hier in Bujumbura das Kind an erster Stelle, wenn es um finanzielle Belange geht.
Es mag sein, dass meine Darstellung etwas verzogen ist, schließlich reichen die paar Stunden nicht aus, um wirklich alles zu durchblicken und zu durchschauen, was nun tatsächlich Fakt ist. Sicher ist: soziale Einrichtungen haben hier in Burundi noch mit weitaus mehr Problemen zu kämpfen als bei uns.
Unterbrochen wurde die Diskussion, die geführt wurde, durch die Ankunft des Ex-Präsidenten Burundis, der ebenfalls gekommen war, um das Heim zu besichtigen. Gemeinsam wurde anschließend gegessen, bevor wir uns mit gemischten Gefühlen auf den Heimweg machten.
Mit etwas Verspätung, da wir zwei Mal zwecks Reifenwechsel anhalten mussten, sind wir letztendlich doch angekommen. Nach Bujumbura haben wir eine Mutter mit ihrem Kind mitgenommen, die einen Monat im Heim verbringen konnte. Aus Platzmangel werden neben den im Heim lebenden 75 Kindern nämlich monatsweise weitere Kinder untergebracht. Auf dem Rückweg konnten wir mit der netten Notlüge, zu „handicap international“ zu gehören, ohne weitere Probleme durchfahren. Denn unser Fahrer war so ordentlich, dass er tatsächlich an jeder Stelle hielt, an der ihn Polizisten raus winkten. Die Anderen sind durchgerauscht und hatten somit auch keine Probleme.

Durch viele nette Zufälle kommt Nina gleich vorbei um mich abzuholen. Wunderbar, auch sie nun kennenzulernen! Nur leider wieder keine Zeit, um die E-Mails zu beantworten…

Neuigkeiten aus der Hauptstadt ;)

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Am Montag haben meine zwei Wochen in der Kinesiotherapie/Ergotherapie begonnen. Denn für jeweils zwei Wochen werde ich die verschiedenen Bereiche und Klassen verbringen, um alles kennenzulernen. Danach kann ich dann entscheiden, in welchem Bereich ich meine verbleibende Zeit verbringen und folglich mehr lernen und auch einbringen möchte.
Jedes Kind kommt, abgesehen von den Kindern, die über das Centre untergebracht sind, mit seiner Mutter zur Ergotherapie. Denn den Müttern werden die Übungen und Aufgaben, die als nächstes bewältigt werden sollen mitgeteilt und beigebracht. So soll das tägliche Training zu Hause sichergestellt werden. In der Ergotherapie sind auch Kinder, die „nur“ auf Grund von kleinen Fehlstellungen zu Behandlung kommen.
Montag habe ich zunächst zugeschaut und erklärt bekommen, was wie warum gemacht wird – mit praktischer Einführung. Für die Erklärungen war ich auf eine französisch sprechende Mama und den Leiter der Ergotherapie angewiesen, denn die anderen Mütter und Mitarbeiter, abgesehen von der Kongolesin Josianne, sprechen nur Kirundi.

Sobald ich mir ein Kind schnappe um mit ihm Übungen zu machen, sind die Mamas hocherfreut. Ich hatte eher erwartet, dass es ihnen ein bisschen ungeheuer ist, ihr Kind den Händen einer Fremden anzuvertrauen. Aber wahrscheinlich erwartet ein Teil von mir die Wunderheilkräfte. Auf jeden Fall kommt es vor, dass mir Eltern die Fragen stellen, die schon mehrfach beantwortet wurden. Wenn ich sie dann wieder beantworte oder an Marcel, den Leiter der Ergotherapie der auch in Belgien mehrfach Fortbildungen besucht hat, verweise und meine Funktion erkläre, ist die Überzeugung, dass ich nicht doch eine andere Antwort auf brennende Fragen habe, verschwindend geringer.
Denn die Fragen, die die Eltern der behinderten Kinder quälen, beziehen sich auf die Zukunft ihres Kindes: in welchem Zustand wird es in 10 Jahren sein? Geheilt? Auf dem gleichen Niveau? Verschlechtert sich der Zustand? Wie wird die finanzielle Belastung aussehen? Und die ernüchternde Antwort in den meisten Fällen: „abwarten“. Leider kann kein Spezialist der Welt die Entwicklung der  Kinder voraussagen, deren Eltern jeden Tag mit diesen Fragen kämpfen.
Die Ungewissheit bzw. die enormen Sorgen und täglichen Gedanken, die die Eltern quälen, hat die französisch sprechende Mama zum Ausdruck gebracht. Für sie ist es schwer auszuhalten, die Geduld zu haben und abzuwarten, was in den nächsten Jahren passiert. Ich finde das völlig nachvollziehbar! Und trotzdem ist es eben nur möglich, den momentanen Zustand zu beurteilen und zu verbessern. Denn das Alter der zu behandelnden Kinder liegt zwischen 3 Monaten und wenigen Jahren – die Entwicklung in alle Richtungen ist also möglich.
Abgesehen von solch ernsten Momenten ist die Atmosphäre aber wunderbar und die Verständigung dadurch, dass mit Händen und Füßen und meinen wenigen Worten Kirundi kommuniziert wird, der Stimmungsbringer.
Auch die Nachmittage habe ich in der Ergotherapie verbracht und mit den Kindern laufen geübt und Ballspiele gemacht, um die Motorik zu schulen und sie ein bisschen zu unterhalten. Denn für alles, was nicht den ergotherapeutischen Übungen entspricht, nimmt bzw. kann sich keiner Zeit nehmen. Mir machts enorm viel Spaß– am Wichtigsten ist aber: den Kindern auch! :)
Die zwei Belgierinnen, die Montag angekommen sind und zwei Wochen bleiben um alle Mitarbeiter ergotherapeutisch weiterzubilden, haben ihr Programm gleich begonnen. Denn vieles, was sie in den Klassen im Centre kennenlernen und mit ihren Erfahrungen aus Belgien bewerten, lässt sie verzweifeln. Die zwei erwartet also noch eine arbeitsintensive Woche! Und auf Grund dessen, was sie bisher berichtet haben, bin ich gespannt, was mich dort erwartet und was ich an Ideen einbringen kann.
Diese Woche habe ich mir viel Zeit für die Autisten genommen, die sonst immer zu kurz kommen, da sie wenig auf sich aufmerksam machen und so in dem Berg Arbeit verschwinden. Denn es mangelt an Personal – krank werden darf im Prinzip niemand.
Verliebt habe ich mich in den kleinen Paul, der seine Eltern nicht mehr hat und folglich im Centre untergebracht ist. Es ist unheimlich spannend ihn zu beobachten und zu schauen, wie er in vielen Situationen auf seine Umwelt reagiert.
Wenn alle die Zeit dafür hätten, jedes Kind wirklich individuell zu betrachten, wäre durch diese individuelle Förderung auch die Situation in den Klassen garantiert nicht so schockierend für die zwei Belgierinnen gewesen. Denn der Gedanke spielend zu Lernen hat hier bisher wenig Fuß gefasst – obwohl die Materialien da sind! Mal schauen, was sich da machen lässt ;) .

Dienstagabend war ich bei Diane, die im Prinzip nur einmal über die Straße wohnt. Mit ihren 2 Kindern habe ich ausgiebig rumgealbert, sodass mein Name in kürzester Zeit unwesentlich war und ich nur noch „Tantine (Tantchen)“ genannt wurde.

Die ganze Woche war es bewölkt und sehr regnerisch. Insgesamt regnet es laut Berichten ungewöhnlich viel für die kleine Regenzeit – hoffen wir, dass das nicht noch zum Problem wird. Mittwoch war es zudem unheimlich kühl, ein Pulli war notwendig. In der Ergotherapie trugen alle Kinder,  die nicht in ihren Familien leben, einen grauen Pulli – Einheitsgröße. Ein für mich sehr berührendes Bild – ist es doch ein weiteres Indiz, in welcher Situation die Kinder leben, u.a. dass sie ganz ohne den Schutz ihrer Familie groß werden müssen.

Gemeinsam mit den zwei Ergotherapeutinnen aus Belgien habe ich den Snoozle-Raum eingerichtet, um eine kleine Ruheoase zu schaffen. Wunderbar, was man zu dritt alles schaffen kann. Das ganz besonders Positive: man kann Ideen sammeln, diskutieren und diese dann gemeinsam umsetzten. Ich weiß nicht, wie lange man als Einzelperson an diesem Projekt gewirkt hätte.

Donnerstag habe ich Derrick zu seinem Deutsch-Kurs an einem der renommiertesten Gymnasien hier begleitet. Ein sehr erleuchtendes Erlebnis, wenn man es mit dem vergleicht, was ich in der Waldorfschule kennen gelernt habe. Oder kennen lernen durfte! Wahnsinn, dass die Jungs und Mädels so überhaupt etwas lernen. Denn gearbeitet wurde mit einem Buch, einer CD und jeder Menge Tempo!!! Die Lektion musste geschafft werden, dass schien mir das allerwichtigste gewesen zu sein. Der Lehrer liest vor, alle repetieren, die CD wird abgespielt, alle schreiben mit und wiederholen, was die fittesten erinnern konnten. Denn in dem Tempo, in dem auf einer fremden Sprache gesprochen wurde, zu verstehen was gesagt wurde UND das auch noch mitzuschreiben war für viele verständlicherweise ein Ding der Unmöglichkeit. Und da soll man dann motiviert den Raum verlassen und nächste Woche voller Elan weitermachen-und am Besten in der nicht existierenden Freizeit noch Zeit finden, diese zusätzliche Unterrichtsstunde nachzuarbeiten.
Der Grammatikpart, den ich miterlebt habe, war wunderbar und sehr verständlich. Nur leider auch wieder in einem unmöglichen Tempo. Wer überlegen muss hat verloren. Leider sieht hier der Unterricht wohl überall so aus. Viel wiederholen bzw. eher nachsagen – und vor allem in einem flotten Tempo. Und das in Burundi, schau einer an.

Gestern Abend, als ich gerade im Begriff war schlafen zu gehen, klopfte es an meiner Tür. Diane, die den ganzen Tag zu Hause verbringt, wollte mal eben vorbei schauen. Tür wieder zumachen ging nicht, also kam sie herein um mal ein bisschen mit mir zu quatschen. Denn von Lorène wusste sie, dass wir uns öfter sehen, dem wollte sie in nichts nachstehen. Auch sonst hagelt es SMS, die dem Zwecke dienen Hallo zu sagen und zu fragen wie es mir denn geht – oft verbunden mit einer Beschwerde, dass man ewig nichts gehört hätte und dem kleinen Anhang, ob ich die entsprechende Person schon aufgegeben hätte. Nun gut, an diese Art von SMS muss ich mich noch gewöhnen, ich fürchte mich schon fast, neue SMS zu öffnen ;).
Ich weiß auch nicht, hier scheint keiner so recht begreifen zu wollen, dass Langeweile absolut keinen Platz in meinem Tagesablauf findet. Die Zeit, die ich nach der Arbeit und vor Einbruch der Dunkelheit habe nutze ich wie es nur geht – und die Wochenenden sind bisher auch eher überfüllt als öde. So ists auf jeden Fall am besten, nur muss ich aufpassen, dass nicht bald alle auf die Idee kommen, einfach mal am späten Abend vorbeizuschneien und sich hier festzusetzten.
Ansonsten geht auch der Kirundi/Deutsch Unterricht erfolgreich voran. Es macht mir riesig Spaß, die Sprache Wort für Wort zu lernen. Dabei bin ich eher ungeduldig und würde die Sprache doch gerne schon beherrschen ;) .

Heute bin ich zum ersten Mal beim Bezahlen verarscht worden. Denn auf dem Rückweg vom Centre habe ich in einem Laden Essig gekauft, um  meine Mückenstiche zu behandeln. Bezahlt habe ich mit einem 2000 FBU Schein, Rückgeld hätte sein müssen 1.500 FBU. Stattdessen gabs nur 500 FBU zurück – mit der Begründung, dass ich nur 1000 FBU gegeben hätte. Die konnte sie auch prompt aus ihrer Kasse zücken. Für mich der letztendlicher Beweis, dass ich mit 2000 FBU bezahlt hatte, denn den Schein hatte ich ihr sicher nicht gegeben. Das habe ich nicht auf mir sitzen lassen, was die Freundin der Ladenbesitzer veranlasste, sofort aggressiv auf mich einzuschimpfen und mich mit „Muzungu, menteuse (Lügnerin)“ anzuschreien. Ausweglos, noch an das Geld zu kommen ( es wären ca. 60 Cent gewesen-aber das Prinzip zählt). Egal, nur Schade für die Ladenbesitzerin. Denn die hat mich zum letzten Mal gesehen. Und durch mich hätte sie sicher in den nächsten Monaten noch mehr als die 1000 FBU eingenommen.

Morgen geht es um 06:00 Uhr nach Gitega, um das Centre dort zu besichtigen. Es muss so früh losgehen, damit wir noch vor Beginn der „travaux communautaires“ aus der Stadt und abends rechtzeitig wieder zurück sind. Sonntag hat mich Diane, zum Mittagessen eingeladen. Nachmittags werde ich dann endlich wieder bei Lorène vorbeischauen. Wir haben uns letztes Wochenende das letzte Mal gesehen – und die Zeit, die ich mit ihr verbringe, genieße ich unheimlich!
Ansonsten bin ich abends immer rechtschaffend müde, denn die Arbeit im Centre zerrt doch an den Kräften. Nach wie vor ist das Centre aber der beste Ort, an dem ich landen konnte!

P.S. : Über die vielen lieben e-Mails, die ich auch gerade eben wieder entdeckt habe, freue ich mich sehr! Schön, von euch zu hören! Auch wenn die Antwort selten prompt kommt – Danke!!! :)

Ein erlebnisreiches Wochenende

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Samstagmorgen: Ich hatte gehofft, etwas länger schlafen zu können. Aber da hier im Hotel das Leben zeitig erwacht ist und ab 07:00 Uhr hinter dem Hotel auf dem Platz, auf dem eine Uni für Muslime entstehen soll, Fußball gespielt wurde, wurde daraus nichts.
Also habe ich wieder Zeit, um ein wenig zu berichten.
Freitagmorgen, auf dem Weg zum Centre, kamen mir 2 kleine Kinder mit ihrem Daddy entgegen, die mir um den Hals bzw. eher um die Beine fielen, um mich zu begrüßen. Das hat mich sehr überrascht, denn bisher haben die ganz kleinen, abgesehen von meinen Lieben im Centre Akamuri, eher zögerlich die Nähe gesucht.
Als ich neulich bei Nadine vorbeigeschaut habe, hat ihre kleine Tochter zum ersten Mal eine Weiße gesehen. Sie ist nicht weggelaufen, hat mich aber ganz verdattert und ungläubig angeschaut! So richtig kapiert hat sie glaube ich nicht, was da vor ihr stand.
Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, erlebe ich unterschiedlichste Szenen. Denn auch wenn Weiße schon seit langem in Bujumbura leben, erregt man als Muzungu außerhalb der Innenstadt nach wie vor Aufsehen. Der Unterschied, wenn ich meine Touren mit Sabine bedenke, ist stark spürbar. Die Bandbreite von Reaktionen erstreckt sich von winkenden Kindern, Fragen wie „Muzungu! Muzungu! Comment ça va?“ bis hin zu englischen Anmachsprüchen. Es ist aber nicht so, dass ich permanent angequatscht werde! Solche Begebenheiten zählen eben nur auch zu meinen täglichen Erlebnissen. Besonders auffällig sind die Taxifahrer. Keine Ahnung ob sie wirklich denken, dass sie so Kundschaft bekommen. Aber da ich sowieso fast ausschließlich zu Fuß unterwegs bin, sind sämtliche Bemühungen hoffnungslos. Und gerade würde ich eher in das Taxi steigen, an dem der stillste Fahrer steht.
Gestern, auf dem Weg aus der Stadt in mein Quartier, lief ein kleiner Junge neben mir her, der seine Mangos nach Hause trug. Mit dem bisschen Französisch, dass er sprach, hat er mir höchst interessiert die witzigsten aber ganz ernsthafte Fragen gestellt. Die Kinder hier in der Nachbarschaft haben sich aber scheinbar inzwischen daran gewöhnt, dass ich hier herumlaufe. Neugierig gucken sie aus ihren Höfen und die ganz mutigen winken. Wenn ich dann zurückwinke verschwinden sie kichernd – oder trauen sich alle vor den Hof um im Kollektiv zu winken. Jede mutige Tat braucht offensichtlich einen Vorreiter, bevor die anderen Nachziehen.

Auch Gestern gab es übrigens wieder Strom! In welcher Reihenfolge der Strom in den Quartiers abgeschaltet wird, wird festgelegt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich dieser Plan nicht nochmal ändern kann.
Gestern, nachdem die travaux communautaires beendet waren, kam Lorène, um mich abzuholen. Denn ich habe noch nicht raus wie zu ihr komme.
Jeden Samstag finden im ganzen Land die sogenannten „travaux communautaires“ statt. Das bedeutet, dass bis ca. 11 Uhr der Samstagvormittag darauf verwendet wird, gemeinschaftlich zu arbeiten. Gemeinsam überlegt man sich eine Tätigkeit, die dann ausgeführt wird.
Natürlich wird sich daran nicht von allen gehalten. Lorène wartete jedoch ab, bis diese Arbeitszeit beendet ist, bevor sie sich auf den Weg machen konnte. Denn bis zum Ende der festgelegten Zeit sind die großen Straßen gesperrt, der Verkehr liegt also lahm.
Da nach dem Aufheben der Sperrung zunächst alle Moto-Taxis belegt waren, hat sich Lorraine etwas verspätet. Ist aber kein Problem gewesen, an die burundische Pünktlichkeit habe ich mich schon bestens gewöhnt!
Bei Lorène angekommen haben wir gemeinsam gekocht. Bzw. ich unter ihrer Anleitung, denn ich habe, was die burundische Küche betrifft, noch keine ausschweifenden Erfahrungen ;)
Gekocht haben wir ein ganz alltägliches Essen: Bananen Frites aus Kochbananen, Reis, Bohnen und dazu eine Soße in der die kleinen Fische, die mit Haut und Haar im Topf landen und im Tanganjika gefangen werden, nicht gefehlt haben!
ich war mir sicher, dass dies nicht mein Fall ist, trotzdem habe ich einen probiert. Und in der Soße waren sie gar nicht so schlecht. Allerdings habe ich darauf geachtet Bohnen und Reis mit auf der Gabel zu haben;). Denn einen kompletten  Fisch, so klein er auch sein mag, zu essen, war mir nicht ganz geheuer.
Tatsächlich habe ich hier in Burundi aber noch keinen Fisch gegessen, der mir nicht geschmeckt hat!
Auf jeden Fall hat es mir unheimlich Spaß gemacht, in der Küche zu wirtschaften. Gekocht wird in einem kleinen Anbau, in dem die Töpfe auf glühenden Kohlen stehen.
Nach dem mehrstündigen Kochvorgang und dem leckeren Essen sind wir ein wenig durchs Quartier spaziert, wobei wir vom Regen überrascht wurden. Überrascht ist vllt. auch nicht ganz richtig, wir sind eher sehenden Auges hineingelaufen. Um dem Regen zu entfliehen sind wir in den völlig überfüllten Minibus gehüpft und zurück gefahren. Sardinen in der Dose haben es sicher gemütlicher. Das soll aber nicht heißen, dass die Fahrt keinen Spaß gemacht hat. Denn gelandet sind wir in einem Bus, der eigentlich schon vor mehreren Monaten in sich hätte zusammenfallen müssen. Jedenfalls hat es ordentlich geknattert und gescheppert. Aber auf den Straßen sieht man öfter Autos die noch mehr hergeben, als man ihnen zutrauen würden ;)
Abends sind Kazungu, Lorène und ich mit Alois in eine Karaoke-Bar gefahren. Ein absolut genialer Abend!!! U.a. stand ein burundischer Sänger auf der Bühne, der weit über die Landesgrenze bekannt ist. Trotz des Regens war es Rappelpappel voll, die Stimmung war also bestens.
Da Alois gefahren ist, sind wir gegen 01:00 Uhr nach Hause aufgebrochen.

Der heutige Tag ist bei mir wieder früh angebrochen. Denn geweckt wurde ich von einem Lärm, der nicht vom Muezzin ums Eck herrühren konnte. Gegen 06:25 Uhr habe ich mich aufgerafft, um einen Blick aus dem Badezimmerfenster zu werfen – und tatsächlich! Auf dem Gelände, auf die die Uni entstehen soll, fand die Feierlichkeit zum heutigen muslimischen Opferfest Eid-al Adha statt.
Die vollverschleierten Frauen zogen in Scharen am Fenster vorbei – hin zum Epizentrum des morgendlichen Lärms. Denn für meine in dieser Hinsicht unbewanderten Ohren klang es eher so, als würden sich die zwei Männer und eine Frau über Lautsprecher anschreien.
Das ganze Gelände war  von Polizisten umringt. Weit über eine Stunde später senkte sich der Geräuschpegel merklich. Inzwischen hatte sich eine unglaubliche Menschenmenge versammelt, um den wichtigsten muslimischen Feiertag zu begehen.

Dass ich nicht in die Kirche gehe, erregt übrigens viel erstaunen. Denn die Burundier sind sehr gläubig und der sonntägliche Kirchengang zählt zum festen Tageablauf. Ernsthafter missionarischer Eifer ist aber bisher nur selten über mich hereingebrochen.
Gegen Mittag bin ich aufgebrochen, um ein bisschen von der Stadt zu haben. Denn unter der Woche reicht die Zeit für weitläufige Touren nicht…
Da die meisten Geschäfte geöffnet waren haben wir überall  ein bisschen rumgestöbert – und ich habe mir meine Waschmaschine zulegt – bestehend aus Waschpulver und einer großen Schüssel. Umgerechnet hat mich das 1,50€ gekostet.
Auch sonst lebe ich sehr preiswert. Denn unter der Woche esse ich mittags im Centre für 800 FBU, 1000 FBU wäre ca.60 Cent. Und das Essen, meistens bestehend aus Reis und/oder Kochbanen, Bohnen und Kohl ist superlecker!!!
Auf dem Rückweg aus der Stadt hat mich ein wunderbares Gewitter erwartet. Eigentlich ganz so, wie ich es am liebsten mag. Denn neben Blitz und Donner es hat ordentlich geweht und geregnet. Also war ich trotz Schirm, der mit der Situation hoffnungslos überfordert war, in kürzester Zeit nass und konnte ohne Bedenken mit der Schüssel unterm Arm durch die überschwemmten Sträßchen stapfen. Es war aber nicht das heftigste Gewitter, das ich hier erlebt habe.
Eben habe ich meine Wäsche gewaschen und nutze jetzt, dank Generator ;), Licht und Strom um zu schreiben.
Ein erlebnisreiches Wochenende ist nun um und ich freue mich darauf, morgen wieder im Centre zu sein!

Die ersten 2 Tage im Centre Akamuri

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Gestern Morgen, beim Aufstehen, erwartete mich die Überraschung des Tages. Denn noch halb im Schlaf setzte ich die Füße vors Bett und stand –Fuß rechts, pitsch, Fuß links, pitsch- im Wasser. Denn in der Nacht muss es so stark geregnet haben, dass sich das Wasser gesammelt hat und unter der Tür ins Zimmer fließen konnte! Glücklicherweise hatte ich, abgesehen von meinen Schuhen, nichts auf dem Boden liegen ;).
Bereits auf dem Weg zum Centre bin ich auf Nadine gestoßen. Dort habe ich, wie schon berichtet, die ersten 2 Vormittage im „Atelier Protégé“ verbracht. Fabriziert wird dort Schmuck, Schachteln, Kugeln für den Matheunterricht,… Als Material dient alte Zeitung, die über Nacht eingeweicht und am nächsten Morgen zu Brei gestampft wird. Anschließend wird das Wasser rausgedrückt und die Zeitung mit Kleber, der aus Maniok hergestellt wird, vermischt. Im Moment laufen die Vorbereitungen für die 20-Jahr Feier des Centres, die am 11. Dezember stattfinden wird. Also habe ich den Vormittag darauf verwenden, mit Nadine wie eine Maschine zu produzieren was bestellt wurde. So habe ich am Vormittag 10 x Joseph und 4 x Maria für eine Krippe geformt, die letzten 6 Marias folgten heute. Denn die äußerst liebenswerten Behinderten, die im „Atelier Protégé“ arbeiten, können solche Detailarbeiten schwer erledigen. Sie kümmern sich um die Verarbeitung der Zeitung und das Formen der Kugeln, das Herstellen von Schachteln etc. . denn ursprünglich ist das Atelier für 3 Autisten entstanden, die eine möglichst ruhige Arbeit ohne Stress und viel Bewegung brauchten. Die haben sie im Zupfen von Zeitungen gefunden.
Nach der Mittagspause ging es dann an die weiteren Vorbereitungen. Denn bis zum Fest wird jetzt nachmittags das Programm geprobt, welches schon seit einiger Zeit feststeht. So gibt es für die Jungs eine Trommelgruppe und für die Jungs und Mädels eine Tanz- und Theatergruppe.
Gestern habe ich den Theaterproben beigewohnt, über das Gelände schallte aber immer wieder die Rhythmen der Trommelgruppe – enorm, was die Jungs drauf haben!
Ich habe also alles in allem einen wunderbaren ersten Tag gehabt!

Nachmittags habe ich Nadine zum Bus gebracht, mit ihrem burundischen Schlendertempo braucht sie immer ca. eine halbe Stunde, um an der Straße, an der der Bus fährt, anzukommen. Da ich nichts vor hatte habe ich sie also begleitet. Später ist Isaac wegen dem Visum vorbeigekommen, Montag kann es endlich bezahlt werden!
Auch Médi und Lorène sind wenig später verbeigekommen. Also habe ich Médi meinen Reisepass gegeben, damit sie ihn Montag mit zur PAF nehmen kann. Zu Dritt sind wir dann im Quartier essen gegangen- denn Médi und Lorraine kennen sich hier aus. Bis vor weingen Jahren haben sie hier gewohnt. Auf jeden Fall habe ich die wohl beste Brochette, die ich bisher bekommen habe, gegessen! In den Nebenstraßen schmeckts halt am Besten – nur braucht es immer jemanden, der sie kennt ;)
Als ich nach Hause kam erwartete mich die zweite Überraschung. Denn der Strom war da und das Wasser jetzt auch! Wunderschöne Konsequenz: kein Generator!
Also bin ich relativ bald und todmüde ins Bett gefallen, um vor einschalten des Generators einzuschlafen. Statt des dröhnenden Generators hat mich gestern das Telefonklingeln an der Rezeption und der Fernseher aus der Nachbarschaft in den Schlaf begleitet. ;)

Heute Morgen bin ich dann quietschfidel aufgestanden! Im Centre angekommen habe ich mich nach dem Hissen der Nationalflagge auf den Weg ins Atelier gemacht und unterwegs den Mamas und Kinder in der Ergotherapie Hallo gesagt. Ein wunderbarer Ort, in dem ich wohl ganz bald meine Vormittage verbringen und jede Menge Neues lernen werde!
Ansonsten hat sich Centre der bekannte Tagesablauf abgespielt – mit einer kleinen Ausnahme. Denn um 11 Uhr fand die Messe statt. Rein aus Interesse bin ich hingegangen. Auch wenn sich der Gottesdienst von dem unterscheidet, was man wohl in einer Kirche am Sonntag erlebt, werde ich die Zeit am nächsten Freitag wohl anders nutzen;). Gerade als das Glaubensbekenntnis gesprochen wurde, war der Muezzin aus der anderen Richtung zu hören – und ich als protestantisch getaufte Zuschauerin mittendrin. Und das Szenario in einem Land, in dem alle paar Tage eine neue Kirche gegründet wird. Das Ganze ist nach wie vor nicht meine Welt.
Heute habe ich erfahren, dass es doch ca. 10 Jungs gibt, die im Centre wohnen. Mit ihnen u.a. die Köchin und die Mutter eines Jungen. Der Grund, aus dem ich nicht dort wohnen darf, bleibt allerdings der Gleiche.
Da die Ateliers nur vormittags stattfinden, habe ich den Nachmittag wieder in der Ergotherapie verbracht – mein persönlicher place to be!
Ab Montag hat mich die Leiterin des Centres dorthin versetzt, damit ich den Werdegang der Kinder von Anfang an erlebe. Denn hier geht es um das Erlenen des Laufens, erst danach gehen die Kinder in die erste Klasse, in der sie weitere Fähigkeiten wie essen, sich anziehen, … erlernen.
Ab Montag sind 2 Belgier im Centre, die als Ärzte und jetzt 3 Wochen als „Médecins sans vacances“ (Ärzte ohne Ferien) im Centre sein werden, um die Ergotherapeuten zu unterstützen und Fortbildungen zu geben.
Alles in allem bin ich beflügelt nach Hause aufgebrochen, denn im Centre fühle ich mich jetzt schon heimisch.

Mein einziger großer Nachteil ist: ich spreche kein Kirundi! Das soll sich aber ändern. Denn ein paar Wörter habe ich ja schon gelernt, des Weiteren ist der Deal zum Sprachkurs schon perfekt. Denn ein Mitarbeiter im Centre will zwingend Deutsch lernen, um mit Freunden in Deutschland kommunizieren zu können. Und ich will Kirundi lernen, um mit den Kleinen kommunizieren zu können ;). Also eine absolute win-win Situation! Mal gucken, wie sich das Vorhaben umsetzen lässt.
Heute bin ich noch kurz in der Stadt gewesen, um ein paar Sachen zu kaufen. U.a. habe ich einen Beutel von den unheimlich leckeren, gesalzenen Erdnüssen erstanden. Fatal! ;)
Auf jeden Fall habe ich es genossen, durch dieses Quartier zu laufen, denn hier pulsiert das Leben. An der einen Ecke hatten sich Jugendlich zum Trommeln getroffen, überall sind kleine Stände und unheimlich viele Menschen auf der Straße. Ganz anders als das, was ich in dem Quartier, in dem wir die ersten 2 Wochen gewohnt haben, erlebt habe!

Pleiten, Pech und Pannen

2 Kommentare

Heute ging es wie geplant mit Isaac zum Hafen. Dort angekommen wurde, nachdem die letzten Papiere beisammen waren, das Boot relativ bald verladen und zum Kran gebracht. Alle anderen Arbeiten hatten Gérard und Papa ja erfolgreich vor der Abreise in Zusammenarbeit mit den Fischern, denen das Boot zu Gute kommt, abgeschlossen.
Eine gewisse Wartezeit nach dem Verladen war natürlich inklusive! Am ersten Bestimmungsort angekommen wurden wieder mehrere Stunden intensiv auf die Haupttätigkeit verwendet – warten!
Denn der Kran wurde gerade eingesetzt, um ein Frachtenschiff zu entladen. Dabei handelte es sich um Säcke, die auf dem Schiff von 4 Männern auf Paletten verladen wurden damit die Paletten dank Kran in den Hafen gestellt werden konnten. Die lange Wartezeit hat es aber möglich gemacht, ausgiebig den Hafen zu durchwandern. U.a. konnten wir so 2 Nilpferde beobachten, die sich in der Nähe aufhielten! Das verliert aber auch nach einer entsprechenden Zeit seinen Reiz ;)
Die Bilder sind nicht so richtig überzeugend. Denn immer wenn sie wieder aus dem wasser guckten, hatte ich meine Kamera gerade in die Tasche gesteckt.
Ein blöder Zwischenfall hatte dann zur Folge, dass das Boot heute nicht ins Wasser gesetzt werden konnte.


Also ging es mit Isaac und Médi zwecks Visumverlängerung zur Ausländerbehörde. Inzwischen  hatten wir auch die geforderten Dollarscheine, die nicht älter als 2006 sein dürfen, eingetauscht.
Unsere Kontaktperson, die meine Unterlagen bisher hatte, ist allerdings bis morgen im Urlaub. Also wurde wieder gewartet und versucht telefonisch herauszufinden, wo diese sein könnten. Leider ist hier der zweite Misserfolg des Tages zu verzeichnen. Also habe ich neue Dokumente ausgefüllt. Anschließend ging es zu Isaac um die verschollenen Kopien erneut zu machen. Dort habe ich dann endlich seine Kinder kennen gelernt! Also neben den Pleiten auch ein paar Highlights ;)
Plan ist es jetzt, morgen die Dokumente bei der Behörde vorbeizubringen und abzuwarten, dass mein Antrag angenommen wird. Mal schauen, wann das Thema Visumverlängerung dann abgehakt ist…
Später haben wir Médi weggebracht und ich konnte kurz Lorène Hallo sagen – auch bei Nadine habe ich kurz vorbei geschaut. Bei ihr werde ich morgen Vormittag im Atelier arbeiten.
Vorhin habe ich den perfekten Moment erwischt, um in 2 Flaschen Wasser abzufüllen. Denn obwohl es in in der Zeit, in der ich heute hier war, kein Wasser gab, habe ich trotzdem zwischendurch mal probiert ob das Wasser wieder da ist. Und tatsächlich war es das auch – jetzt allerdings, ca. eine viertel Stunde später, bleibt der Wasserhahn wieder unbeeindruckt von allen Bemühungen. Der Strom ist auch erst heute Abend ab ca. 18 Uhr wieder da – dank meinem besten Freund, dem Generator. Nun ja, notgedrungen werde ich mich an diese abendliche/nächtliche Beschallung wohl gewöhnen…
Nadine hat noch erzählt, dass die Kinder schon gefragt haben, wo ich denn sei – denn nach meinem Tag im Zentrum bin ich ja nicht mehr dort gewesen.
Ich freue ich mich sehr darauf, die Kinder bzw. Jugendlichen Morgen wiederzusehen!

Der erste Bericht aus meiner neuen Unterkunft

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Heute Mittag war es so weit. Um 13 Uhr sind wir mit Alexandre, Estella, Médiatrice, Alois, Isaac und Jean-Claude -mit einer Stunde Verspätung- zum Flughafen aufgebrochen. Dort haben wir uns glücklicherweise in aller Eile verabschiedet, denn mit einer großen Verabschiedung wäre es wesentlich schwerer gewesen, Papa, Sabine und Gérard gehen zu lassen.
Denn natürlich hat mein Kopf den ganzen Vormittag gearbeitet und ich letztendlich realisiert, dass die letzten gemeinsamen Stunden ablaufen.
Vom Flughafen sind wir alle in das Hotel gefahren, in dem ich jetzt wohnen werde. Dort haben wir alle gemeinsam gegessen und ich als neues Familienmitglied aufgenommen, bevor sich die Runde in aller Ruhe auflöste. Durch das Fenster konnte man zwischendurch sehen wie das Flugzeug abhob – ein ganz merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass es für die Anderen nun tatsächlich nach Hause geht.

Inzwischen habe ich mein Zimmerchen bezogen und richte mich langsam häuslich ein.
Zu Fuß sind es knappe 10 Minuten zum Centre Akamuri und in die Stadt ist die Entfernung auch wunderbar. Mal schauen, wie sich die erste Nacht gestaltet-denn entgegen aller Hoffnung bin ich dem Muezzin näher als im anderen Hotel. Nun gut, ich denke, dass ich ihn irgendwann nicht mehr so vordergründig wahrnehmen werde. Quasi an meinem Kopfende wird momentan eine Moschee errichtet. Da sich allerdings an dem Gebäude seit langem nichts mehr getan haben soll und auch so keine Bauarbeiter zu sehen sind, kann ich im Hinblick auf die Beschallung nur frohen Mutes sein, dass es bis zur Fertigstellung noch einige Zeit dauern wird. Kurz nach 18 Uhr, also mit Einbruch der Dunkelheit, haben auch die zwei bewaffneten Polizisten vor dem Hotel ihr Nachtlager bezogen.
Im Nachbarhof fand eine kleine Feierlichkeit statt, deren Grund ich nicht nennen kann. Auf jeden Fall wird dort wunderschöne Musik gemacht. Unterbrochen wurde das ganze vorhin von dem einsetzenden Donnern des Generators. Entsprechen tut das Geräusch dem Knattern eines furchtbar alten Treckermotors. Um die Lautstärke nachzuempfinden müsste man sich wohl neben den Trecker stellen – kein Strom ist da eine verdammt schöne Alternative! ZU meiner großen Freude steht das Monster direkt unter meinem Zimmer. Im Gegensatz zu allen anderen habe ich aber noch den Vorteil, dass ich vor meinem Zimmer einen kleinen Vorbau habe, der ein wenig Lärm abfängt.
Auf jeden Fall bewohne nun ein kleines Schlafzimmer mit Bad und Wintergarten ;) . So kann ich nun wunderbar -und scheinbar als einzige- draußen sitzen.
Einziger Nachteil ist bisher nur das durch den Krach bedingte Baustellenfeeling. Somit ist auch die Tatsache, dass die kleinen Fenster über der Tür und über den anderen Fenstern lediglich durch Fliegengitter ersetzt sind und der Lärm nahezu ungebremst in die Zimmer schallt, am Abend zu den Negativ-Überraschungen zu zählen. Vielleicht fällt mir da ja noch was Kreatives ein. Durch den immensen Vorteil auch draußen zu sitzen zu können werde ich mein Zimmer aber nicht tauschen – der Direktvergleich hat ergeben, dass sich dadurch auch nicht viel ändern würde.
Von meinem kleinen Badezimmerfenster aus kann ich ein Stück des Tanganjikas und die Berge des Kongo sehen. Von meinem „Wintergarten“ aus habe ich direkten Blick auf den Teil der Stadt, der wunderschön beleuchtet am Berg liegt. Zur Rechten liegt, nicht zu vergessen, natürlich die sich am Bau befindliche Moschee. Und wenn ich einen Blick nach unter werfe habe ich einen traumhaften Ausblick auf den Generator, der mich, bzw. alle die hier ein Zimmer haben, jeden Abend bis 23 oder 24 Uhr erfreuen wird :/ .

Morgen um 08:00 Uhr werde ich mit Isaac zum Hafen fahren, um hoffentlich dem Wässern des Bootes beiwohnen zu können. Und nachmittags werden wir nochmal mein Visum in Angriff nehmen - bevor es dann ab Donnerstag ins Centre Akamuri geht!

Das letzte gemeinsame Wochenende

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Das Wochenende ist nun vorbei und es gibt wieder viele Dinge zu berichten!
Denn nach unserem Trödel-Freitag waren wir Samstag bei Romain und Rose zum Essen eingeladen. Dort habe ich dann endlich Laurettes Geschwister kennen gelernt, mit denen ich mich auf Anhieb bestens verstanden habe! :) Also unheimlich nette Mädels, mit denen eine schöne Zeit garantiert ist!
Vor dem Essen sind wir noch ein bisschen durch das Quartier spaziert – umringt von unzähligen Kindern aus der Nachbarschaft, die es garantiert nicht gewohnt sind, Muzungus (Weiße) dort zu sehen. Dementsprechend interessant war unser Besuch also auch für alle, die in kürzester Zeit davon mitbekamen und angerannt gekommen sind um uns zu auf dem Spaziergang zu begleiten. Für alle also ein sensationeller Tag ;).
Zurück ging es dann im Minibus, in dem wir -da wir früh zugestiegen sind- glücklicherweise alle einen „Fensterplatz“ erwischt haben ;)
Vom Markt aus sind Sabine und ich nochmal über den großen Soko und dann zurück ins Hotel spaziert.

Am Sonntag stand dann eine Tour entlang der Küste des Tanganjikas auf dem Programm. Mit Isaac und Jaqueline sowie Janvier und Rose, die uns mit ihren Autos abgeholt haben, sind wir dann mit Zwischenstopp an verschiedenen Stellen, u.a. dem Punkt, an dem sich Livingston und Stanley über den Weg gelaufen sind, immer weiter gen Süden gefahren. Eine unbeschreiblich schöne Strecke!
Getroffen haben wir uns dann alle in einem Hotel am Strand, wo wir gegessen und den Stand und den einzigartigen Ausblick genossen haben. Da wir rechtzeitig wieder aus der Region sein mussten sind wir zwar etwas übereilt aufgebrochen, aber die Soldaten am Straßenrand waren doch ein Indikator dafür, dass die Sicherheit noch nicht zu 100% gegeben ist. Pünktlich gegen 18 Uhr sind wir dann in Bujumbura angekommen.


Gestern sind Sabine und ich dann nochmal in die Stadt aufgebrochen um die verschiedenen kleinen Mitbringsel (wie bspw. Avocados und burundischen Kaffee) zu besorgen, die mit nach Deutschland genommen werden sollen. Denn in einigen Stunden werde ich ja allein hier sein!
Also steht auch mein Umzug in ein kleineres Hotel in der Nähe des Centre Akamuri an. Denn im Centre werden ich nicht unterkommen können. Es existieren dort zwar kleine Zimmer die völlig ausreichend wären – allerdings bestehen auch gerade von Seiten des Centres Sicherheitsbedenken. Die betreuten Kinder gehen nämlich gegen Abend wieder in ihre Familien zurück, wo sie auch das Wochenende verbringen. Im Centre  würde ich also über Nacht und am Wochenende quasi alleine wohnen. Und diese Verantwortung will und kann keiner übernehmen.
Denn nach wie vor ist Burundi kein Land, in dem man sich gerade am Abend völlig unbedarft bewegen kann. Generell ist mit Einbruch der Dunkelheit ab 18:00 Uhr Vorsicht geboten.
Neben Sabine und Gérard hat mir auch Alexandre, der Besitzer des Hotels, eingebläut, das Hotel abends am besten gar nicht (vor allem nicht zu Fuß) und wenn nur in Begleitung zu verlassen. Denn das Quartier in dem ich wohnen werde ist nicht zu vergleichen mit dem, in dem wir bisher gewohnt haben.

Papa und Gérard waren gestern noch im Hafen um die letzten Schritt zur Wässerung des Bootes einzuleiten. Ab heute liegt die Verantwortung für das Boot allein bei den Fischern und den Irembo-Mitarbeitern vor Ort.

Jetzt bin ich ganz gespannt auf die nächsten Tage! Insbesondere darauf, wie sich das alltägliche Leben und gerade die Arbeit im Centre gestaltet – denn mein Aufenthalt fängt ja gerade erst an!

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