Gestern bin ich mit Martine und Kathrin, den beiden Belgierinnen, nach Bubanza gefahren. Dort befindet sich eine „Zweigstelle“ des Centre Akamuri, die vor nicht allzu langer Zeit entstanden ist. Sie besteht aus 2 Klassen und der Ergotherapie, es ist also eine wesentlich kleinere Einrichtung.
Die Kinder dort sind wesentlich selbstständiger als im Centre. Vormittags, während Martine und Kathrin das mitgebrachte Material den Mitarbeitern des Centres erklärten, habe ich die Aufsicht über die Jungs und Mädels übernommen, damit sie nicht zwischen den Anderen herumwuseln.
Die Arbeit mit ihnen gestaltete sich als wesentlich einfacher als im Centre. Denn obwohl es ca. 15 Kinder waren, war es möglich, mit ihnen zu malen und zu spielen, auch wenn Einige dabei natürlich mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit benötigten als Andere.
Denn diejenigen, die den Stift nicht allein halten konnten, genossen es offensichtlich, dass ich ihre Hand mit dem Stift führte. Die Größeren hingegen waren stolz, ganz alleine Malen zu können – und forderten natürlich auf ihre Weise die nötige Anerkennung. Leben in die Bude kam, als ich begann, mit den selbstständigeren Kindern Klatschspiele zu erlernen. Das forderte natürlich auch Geduld und Zeit – zur Pause hin konnten sie aber vorgeführt werden.
Den Ehrgeiz in den Kindern zu wecken, sie zum Spielen zu animieren und so Schritt für Schritt gemeinsam etwas zu erlernen war im Centre bisher noch nicht möglich gewesen. Allerdings werde ich auch erst ab Montag die Klassen kennenlernen. Dort sind die Kinder untergebracht, die zum Einen etwas älter und zum Anderen natürlich auch selbstständiger als die Kinder in der Ergotherapie sind.
Trotzdem habe ich in Bubanza so aber eine neue Erfahrung machen können!
Den Kindern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern war aber auch Bubanza mit dem einfachsten Mittel möglich. Dies lautet schlicht und einfach: Zeit miteinander verbringen.
Trotz des wunderschönen Tages war ich froh, als ich abends zu Hause ankam. Denn Sonntag haben sich zwei Mücken(?)stiche am Fuß entzündet. Und blöderweise hat mich ein Vieh dort erwischt, wo der Schmerz im Bein hochziehen und so das Laufen so zu einer verdammt schmerzhaften Angelegenheit machen konnte. Mit den Medikamenten, die ich hier hatte und die ich aus dem Centre mitgenommen habe, habe ich mich so über die Nacht gebracht. Heute Morgen war es dennoch nicht möglich, mich auf den Weg ins Centre zu machen. Also habe ich dort Bescheid gegeben und dann neue Medikamente in der Apotheke besorgt, was mir tatsächlich in Apotheke Nummer 5 gelang.
Dabei habe ich es strikt vermieden, jemandem aus meiner hiesigen „Familie“ :) Bescheid zu sagen. Denn sowohl gestern Abend im Centre als auch heute Morgen hier im Hotel konnte ich den Transport ins Krankenhaus und einen Anruf bei Alexandre mit ach und krach verhindern, denn das wäre völlig übertrieben gewesen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an dich Sabine – dank deiner Hustensaft-Anekdote ist mir einiges erspart geblieben ;) !!!!
Auf jeden Fall sind die Wunden um ein weiteres Mal versorgt und der Fuß ruhig gestellt. Und so ließen auch die Schmerzen seit heute Morgen kontinuierlich nach. Morgen kann ich also wieder durchstarten!
Ein weiteres Positives hat dieses kleine Knockout ebenfalls: denn seit Anfang November ist heute der erste Tag an dem ich tatsächlich nichts mache, weil ich nichts machen kann.
So bin ich zu einem Ruhetag verdonnert der mir die Möglichkeit bietet das, was ich täglich erlebe und tue, Revue-passieren zu lassen. Und daraus ergeben sich weitere Erkenntnisse (auch über mich!), die nicht ausschließlich positiv sind. Aber gerade deswegen unheimlich wichtig.
Nov 16, 2011 @ 14:33:16
Liebe Daggi..
na ja…was auch immer ich Dir gesagt habe….. , was auch immer wirklich statt gefunden hat…falls Du “eine besondere” Art des “nicht wohlfühlens”….empfindest…dann sag bescheid ! sozusagen sofort vor Ort !
Du weißt ……wir haben viele Doktoren ( Familie ) vor ORT !
Sind immer mit Dir im Kontakt !!!!!!!
Vermisse Dich !!!!!!!
….Alles Liebe ….
Sabine
Nov 16, 2011 @ 15:19:51
Liebe Sabine! :)
Ja, das weiß ich!
Im Ernstfall hätte ich mich auch direkt an Déo wenden können oder hätte die angebotene Hilfe dankend angenommen. Nur war es in diesem Fall nicht notwendig…
Allerliebste Grüße!
Daggi
Nov 16, 2011 @ 22:46:51
Liebe Dagmar,
wenn wir uns auch nur flüchtig kennen so bin ich doch sehr beeindruckt von deinem Bericht. Viele interssante Erlebnisse wünsche ich Dir weiterhin.
Deine Blog-Adresse habe ich von deiner Mutter bekommen und wollte einfach mal sehen was Du und dein Vater, den ich ja recht gut kenne von der Lehrerausbildung, so machen in Burundi (kannte ich vorher garnicht).
Alles Gute weiterhin. Werde ab und zu mal reinschauen.
LG
Hans-Werner