Martine und Kathrin sind heute abgereist, bereits in einer Woche werden aber die nächsten 2 “Médecins sans Vacances” hier in Burundi eintreffen, um ca. 2 Wochen im Centre zu arbeiten. Auch meine 2 wunderbaren Wochen in der Kinesiotherapie sind nun vorbei – ab Montag geht’s für eine Woche in die erste Klasse! Denn gemeinsam mit der Leiterin des Centre habe ich einen Plan entworfen der vorsieht, dass ich bis zu den Weihnachtsferien alle Bereiche kennengelernt habe. Ab Januar soll ich meinen festen Platz im Centre gefunden haben. Nachmittags werde ich aber weiterhin in der Kinesiotherapie sein. Zum Einen findet der Unterricht nur vormittags statt. Nachmittags finden für die Größeren verschiedenen Aktivitäten auf dem Gelände statt – sei es Sport, Gartenarbeit,… Zum Anderen sind die Kinder, die die classe d’accueil besuchen, nachmittags in der Kinesiotherapie, damit sie dort weitere Fähigkeiten schulen. Unabhängig davon werde ich aber auch in den Folgewochen die Nachmittage in der Kinesiotherapie verbringen. Denn vormittags kommen die Kinder von außerhalb mit ihren Müttern, die die entsprechenden Übungen mit ihren Kindern 3x pro Woche im Centre durchführen.
Gerade nachmittags gibt es aber jede Menge zu tun. Denn dann sind hauptsächlich die Kinder aus dem Centre anwesend –die morgendliche eins zu eins Betreuung ist also aufgehoben ;) .
Ab sofort werde ich übrigens jeden Mittwoch frei haben, dies gilt generell für die „Langzeitpraktikanten“ die im Centre arbeiten.

Am Freitag haben sich erste Anzeichen für eine positive Entwicklung der langwierigeren Arbeit gezeigt! Denn ein Mädchen, das nachmittags in der Kinesiotherapie ist, liebt es zu puzzeln. Wenn das Puzzleteil aber nicht richtig herum (Kopf oben) auf dem Holzbrettchen liegt hat sie es nicht geschafft, das Problem zu erkennen und zu beheben. Also habe ich mit ihr geübt, geübt und geübt – und tatsächlich! Statt wie gewohnt meinen Arm anzuticken (sie kann nicht sprechen, aber ganz normal hören), damit das Puzzleteil in die richtige Position gebracht wird, hat sie es am Freitag von Zeit zu Zeit tastender Weise allein geschafft! Und das ist in Anbetracht des motorischen Zustands, in dem sich ihre Hand befindet, ein großer Erfolg! Ich hoffe, dass es sich nicht um Zufälle handelte – die nächste(n) Woche(n) wird/werden es zeigen!
Auch der kleine Paul, der wenig von seiner Außenwelt wahrnimmt und auch kein Interesse an ihr zeigt -er ist Autist- macht Fortschritte. Denn er kann den ganzen Vormittag mit Begleitung und Hilfe eines Gehwagens durch die Gegend wandern. Dabei achtet er aber nicht darauf, wohin es geht. Er ist glücklich, wenn er sich über den Wagen lehnen und einen Fuß vor den anderen setzten kann. Ohne Stütze kann er aber noch nicht laufen. Und doch sind auch hier erste leise Fortschritte zu bemerken! Denn wenn man ein paar Meter läuft und ihm dabei nur die Hand zur Hilfe gibt, wurde das Gewicht, das daran hängt, etwas weniger.
Um mit den Kleinen gewisse Dinge zu lernen sind zwei Dinge unabkömmlich: Zeit und Geduld. Da die Zeit für die ausgebildeten Therapeuten aber ein knappes Gut ist, nutze ich meine Anwesenheit in der Kinesiotherapie also so gut es geht.
Fortschritte werden im Schneckentempo erzielt. Dafür nimmt man aber auch die kleinsten Regungen einer Hand, einen einzigen selbstständigen Schritt,… ganz anders wahr. Denn all dies zeigt: egal wie lange es dauert, es lohnt sich! Und vllt. wird das entsprechende Kind wie gehofft eines Tages einen Löffel halten, aufrecht sitzen oder selbstständig laufen können – außer Frage steht, dass es an derartigen Einrichtungen in Burundi nach wie vor mangelt.