So, nun ist meine merkwürdige Erkrankung geklärt. Issac, der gestern aus dem Landesinneren gekommen ist und sich dort auch einen Ausschlag am Hals eingehandelt hat, ist gestern Abend noch mit Jaqueline vorbei gekommen. Da Isaac heute schon wieder ins Landesinnere aufgebrochen ist und mich so zu seinem Bedauern nicht zum Arzt begleiten konnte, haben die beiden mich zum Dermatologen ihres Vertrauens geschickt. Einmal bei mir gelandet sind die beiden gerne geblieben, um noch etwas Zeit mit mir zu verbringen. Da war ein genialer Abend vorprogrammiert! Es ist einfach unglaublich, wie geschickt sich Issac in bestimmten Themen ausdrücken und wie viel unbedachten Blödsinn man auf der anderen Seite mit ihm reden kann. Auf jeden Fall war es schön, die beiden nach 2 Wochen nun wiederzusehen.

Bei dem Dermatologen bin ich heute mit Lorène aufgekreuzt.
Dort wurde mir eine Infektion durch Staphylokokken bzw. Streptokokken diagnostiziert. Würde mit meinem momentanen Erscheinungsbild und auch mit meiner Erkältung mit leichten Ohrenschmerzen zusammenpassen, die hatte ich bis zuletzt dem ständigen Wetterwechsel zugeschrieben. Also nehme ich jetzt brav meine Medikamente und tupfe und creme. In 6 Tagen soll der Spaß dann vorbei sein – wenn nicht, bittet Onkel Doktor um einen Anruf.

Ansonsten habe ich heute meinen ersten Vormittag in der classe d’accueil verbracht. Dort sind ca. 7 Kinder anwesend. Der Nachmittag ging ja für den Arztbesuch flöten.
Auf jeden Fall ist die Stimmung in der Klasse sehr entspannt! Bis um ca. 10.00 Uhr fand der Unterricht statt, in dem jedes Kind zunächst einzeln (auf Französisch) begrüßt wurde. Dann haben verschiedene Früchte die Runde gemacht, deren Name auf Kirundi wiederholt werden sollte – die Lehrerin ging mit sehr viel Geduld und Ruhe an diese Aufgabe! Dennoch war sie für viele nicht zu bewältigen, da sie kaum sprechen, wohl aber verstehen können. So bestätigten sie den richtigen Namen der Frucht mit „Ja“ oder einem Kopfnicken. Danach ging es ans Zähneputzen. Jedem einzelnen Kind haben wir dabei geholfen und versucht, es zum selbstständigen Putzen zu animieren – was in einigen Fällen schon gut klappt!
Nach der Pause, d.h. ab ca. 10.20 Uhr bis 12.00 Uhr, wurde gespielt. Vergleichbar war dies mit dem Spielen in der Ergotherapie – denn die Kinder aus der classe d’accueil verbringen dort ja auch ihre Nachmittage und haben benötigen so noch Unterstützung. D.h. auch in der classe d’accueil wird geübt, Gegenstände zu greifen, Lego-Kötze ineinander zu stecken,… Ein selbstständiges Spiel findet kaum statt, die Kinder müssen noch dazu animiert werden – abgesehen von drei Kindern. Eins der Drei spielt allerdings auf seine eigene Art und Weise-denn erst wenn die Gegenstände durch den Raum fliegen ist es zufrieden.
Eine absolute Nervenarbeit ihn davon abzubringen und sich gleichzeitig um die Anderen zu kümmern! Da wir zu viert waren (die Lehrerin, eine Mutter, ein älteres Heimkind und ich), war das aber gut machbar!
Mal schauen, was die nächsten Tage bereithalten! ;)