Weihnachten!?

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Dass Weihnachten in Burundi etwas völlig anderes ist als Weihnachten in Deutschland, das war von vornherein klar!
Bereits die Adventszeit war mir nur dank ausführlicher Berichte aus der Heimat nahe. Und trotzdem war das alles etwas unwirklich– von Weihnachtstimmung bei mir also weit und breit keine Spur. Das gestaltet sich bei Sonne und 30° allerdings auch als unlösbare Aufgabe.
Da fällt mir das unheimlich blöde aber nun doch passende Sprüchlein ein: “[...]Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt.”
Nun ja, dieses Jahr sollte es wohl so ähnlich sein.

Der 24.12. ist hier ein Tag wie jeder andere – und doch stand überraschenderweise der alljährliche  Weihnachtseinkauf auf dem Programm! Denn den 25.12. habe ich bei Lorène verbracht. Und da Médi am Samstag nicht auf den Markt konnte sind Lorène, Laundry und ich losgezogen.
Und tatsächlich war der Soko genauso überfüllt, wie es die Supermärkte bei uns sind – es wurde geschubst, gedrängelt und sich auf den Füßen herum getrampelt um als erstes an der Reihe zu sein. Teil 2 des Satzes muss nicht für die heimischen Supermärkte gelten ;)
Später wurde in den Nachrichten gezeigt, dass der Markt erstaunlich leer gewesen sei – wir müssen wohl in der Rushhour dort gewesen sein.
Als der Einkauf wortwörtlich überstanden war, waren jedenfalls auch die Weihnachtsvorbereitungen beendet.
Trotzdem musste das Fest bald ins Haus stehen, denn in der Stadt waren Weihnachtslieder zu hören und geschmückte Plastiktannenbäume zu erstehen. Die Indizien verdichteten sich also zusehends.
Trotzdem kam bis zur letzten Minute keine Weihnachtstimmung auf, denn auch das Wetter ist seit meiner Ankunft so schön wie nie. Denn der viele Regen wurde gerade in den letzten Tagen durch strahlenden Sonnenschein ersetzt.
Freitagabend allerdings hat es so heftig bzw. ausdauernd geregnet, dass es eine Brücke hier in der Stadt zerstört hat. Natürlich wird sie weiter genutzt – nur ist eben das Fundament kaputt bzw. sind die Träger nicht mehr in voller Anzahl im Einsatz.

Am 25.12. war hier der Weihnachtstag, der als einziger Tag Bedeutung hat, sowohl der 24.12. als auch der 26.12. findet keine weitere Beachtung.
Ich habe ich mich gegen 9.00 Uhr auf den Weg zu Lorène gemacht, da ich Médi versprochen hatte, mit ihr zur Kirche zu gehen.
Die Kirche, in die Médi geht, wurde letztes Jahr gebaut und ist somit sehr modern. Das Gebäude erinnert äußerlich nicht daran, dass es sich um eine riesige Kirche handelt – die nun zu Weihnachten hoffnungslos überfüllt war.
Da der Gottesdienst auf Kirundi war habe ich nicht verstanden, was gepredigt wurde – war aber vllt. nicht unbedingt dramatisch. Lorène hat mir zwischendurch immer mal wieder übersetzt, worum es geht, das war schon völlig ausreichend.
Wunderschön war aber, dass es in Médis Kirche 3 Chöre gibt: einen Männer- einen Frauen- und einen Kinderchor. So wurde glücklicherweise viel gesungen, kurz, es war Leben in der Bude. Gerade der Kinder/Jugendchor hat Stimmung verbreitet, da er nicht nur gut sondern auch unheimlich groß war!
Nach guten 2 Stunden gings nach Hause – für die nächste Zeit soll das erstmal der letzte Kirchengang gewesen sein.
Mit dem Gottesdienst war aber auch die Weihnachtsfeierlichkeit beendet.

Kurz: Mein Weihnachten 2011 war kurz und schmerzlos, da war überhaupt keine Zeit, um sich in die Weihnachtsstimmung zu versetzten, die zu Hause herrscht und sich die Weihnachtstage im Kreise der Familie vor Augen zu führen. Aber auch das ist vllt. gut so! ;)

Nach dem Essen sah die weihnachtliche Festfolge jedenfalls einen Ausflug zum Strand und im Anschluss einen Besuch in einer Bar vor, in der Huguette mit ihren Freunden, die ebenfalls am Strand gewesen waren, zu uns stieß.
Der „Weihnachtstag“ (die Anführungszeichen sind bewusst gesetzt!) klang also trotzdem sehr stimmungsvoll aus! ;)

Und den 26.12., um das Programm zu vervollständigen, habe ich mit ein paar Leuten bei einer Freundin hier in Nyakabiga im Schatten einer Palme verbracht – Zuckerrohknabbernder und die entspannte Zeit genießender Weise ;) Denn trotz meiner Ferien, die am 09.01. enden, bin ich bisher weiterhin erfolgreich von A nach Z gerannt – von Langerweile also keine Spur! Abgesehen von einem Besuch im Krankenhaus, denn ihr Onkel hatte vor 2 Wochen einen Unfall mit einem Taxi-Moto das mit einem Auto kollidierte, habe ich also ebenfalls einen sehr entspannten 2. Weihnachtsfeiertag verbracht, der in keinster Weise an einen solchen erinnerte.

P.S.: Vielen lieben Dank für die Weihnachtsgrüße, die mich immer wieder erwarteten!

Die 20-Jahr Feier

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« En aimant, en respectant, en valorisant ce que je suis, cheminons ensemble comme témoins et catalyseurs de changement pour le bien être et la dignité de la personne ayant un handicap mental.»

Letztendlich habe ich mich zu der folgenden Übersetzung durchgerungen.
Ich nehme aber gerne Verbesserungsvorschläge an!

„In Liebe, Respekt und Aufwertung dessen was ich bin gehen wir gemeinsam als Zeugen und Katalysatoren des Wandels für das Wohlbefinden und die Würde der Person, die eine geistige Behinderung hat“

Unter diesem Motto wurde am 11.12.2011 die 20 Jahr-Feier des Centres zelebriert. Begonnen hat die Feier natürlich mit einem Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst haben die Jungs getrommelt und viele fleißige Helfer, d.h. Mitarbeiter und Kinder, das erste Getränk verteilt – bei 800 Anwesenden keine leichte Aufgabe, nicht zu viel Zeit darauf zu verwenden.
Danach wurden natürlich diverse Reden gehalten. Neben einem Eltern-Vertreter und natürlich der Leitern des Centres ergriffen u.a. der belgische Botschafter und ein Regierungsvertreter das Wort. Insgesamt waren es ihre Hauptanliegen, die Arbeit des Centres zu wertschätzen und Hilfe zuzusagen – denn nach wie vor ist die Unterstützung für Häuser wie Akamuri gering.
Agnès, die Leiterin des Centres, hat in ihrer Rede kurz über die Geschichte und die Perspektiven des Centres berichtet und dabei auf die wunderbare Arbeit der Mitarbeiter hingewiesen, die das langjährige bestehen letztendlich möglich gemacht haben.
Dabei hat sie ebenfalls erwähnt, dass dies wiederum ohne die Unterstützung der „Médecins sans vacances“ nicht möglich gewesen wäre, die die Mitarbeiter schon seit mehr als 10 Jahren fort- bzw. ausbilden. Denn hier in Burundi wird die Ausbildung für derartig spezialisiertes Personal noch nicht geboten.
So folgte im Laufe der Feier Beitrag auf Beitrag – zwischendurch wurde ebenfalls Essen und weitere Getränke serviert, getrommelt und getanzt.
Ich glaube letztendlich hätte keiner gedacht, dass die Feier so reibungslos über die Bühne läuft. Wenn man aber die Arbeit, die im Vorfeld investiert wurde sieht, dann war das Fest ein wunderschöner Lohn für alle.

Natürlich standen die Kinder an diesem Tag im Mittelpunkt – und das war den freudigen Gesichtern nur zu gut anzusehen.
Egal ob es das Trommeln der Jungs, der wunderschöne traditionelle Tanz der Mädchen oder einfach nur die Tatsache war, als eins der Kinder im Centre an diesem Tag eine der Hauptpersonen zu sein. Ganz besonders geehrt wurden die älteren Kinder, die im Centre inzwischen Verantwortung übernehmen, denn sie wurden von Agnès in ihrer Rede erwähnt und vorgestellt.
Der Applaus und die Fotos, die gemacht wurden, waren so ein wunderschöner Dank – und Grund genug, unheimlich stolz zu sein. Auf jeden Fall sah man nur strahlende Gesichter, den Kindern war ganz klar, dass ihr Centre ein ganz besonderes Jubiläum feiert.
Das haben auch die Mütter aus Bubanza zum Ausdruck gebracht, die stellvertretend für alle Mütter ein kleines Theaterstück aufgeführt haben, dass den Alltag mit einem behinderten Kind beschreibt. Auf ganz liebevolle Weise haben sie so den Stellenwert, den das Centre für sie hat, mitgeteilt und die große Hilfe deutlich gemacht, die das Centre Akamuri für sie bereit stellt.
Alles in allem war die Feier also wunderschön und hat neues Selbstbewusstsein geweckt– das war folglich auch noch an den Folgetagen zu spüren.

ein Zwischenbericht

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Mein letzter Bericht liegt nun einige Zeit zurück – natürlich ist in der Zwischenzeit wieder jede Menge passiert! Am vorletzten Samstag, also am 03.12., standen zwei Feiern auf dem Programm: zum Einen eine Hochzeit einer Cousine von Lorène und Elvis und zum Anderen eine Dot, zu der ich eingeladen worden war. Beginn der kirchlichen Trauung um 15 Uhr, Beginn der Dot um 16 Uhr. Also lautete der Plan folgendermaßen: Nach der kirchlichen Trauung geht’s für Lorène und mich weiter zur Dot, Médi, Alois und Elvis hingegen bleiben bei der Hochzeitsgesellschaft.
Ist schon für europäisches Timing ziemlich aussichtslos, wir wollten das Experiment in Burundi wagen. Dazu ist hinzuzufügen, dass Lorène, was die Pünktlichkeit betrifft, eine echte Afrikanerin ist ;) Wir hatten aber schon damit gerechnet, dass sich sowohl Dot als auch Hochzeit verspäten und wir somit doch noch jeweils pünktlich sind.
Das hat nicht geklappt – denn unsere 2-stündige Verspätung konnte keine der beiden Gesellschaften toppen. Denn pünktlich um 15 Uhr haben wir angefangen Mittag zu essen, danach wurde sich in Ruhe fertig gemacht und umgezogen, denn auch ich trug an diesem Tag traditionelle Kleidung. Also sind wir an der Kirche angekommen, als die zwei schon dabei waren, zu unterschreiben. 5 Minuten später war die Zeremonie zu Ende.
Also telefonierte ich schnell in die Welt, um herauszufinden, wo die Dot genau stattfindet – abgesehen vom Quartier hatte ich sonst keine Informationen. Das ging auch einigermaßen schnell – am Geräuschpegel auf der anderen Seite war aber zu erkennen, dass die Feier (inzwischen war es nach 17 Uhr) auch dort schon begonnen hatte. Blöd, da wir auf der Seite des Mädchens eingeladen waren. Und laut Tradition haben ihre Gäste da zu sein, bevor die Familie des Jungen mit den Gästen, die sich zunächst an einem anderen Ort sammeln, eintrifft. War aber letztendlich kein Drama, zumindest meinem Empfinden nach war unser verspätetes Ankommen wenig auffällig.
Im Vergleich zu uns ist auf jeden Fall zu sagen, dass der Aufwand ein unvorstellbarer ist. Allein für die Dot, so sagte man mir, war ein Komitee von ca. 30 Leuten zuständig. Vorbereitungszeit: ein Jahr. Dementsprechend beeindruckend war die Feier!

Am 03.12. war ebenfalls der journée mondiale du handicap, der internationale Tag der Menschen mit Behinderung.
Und da jetzt am 11.12. die 20 Jahr-Feier im Centre stattfand wurde sich ab Montag im Rahmen dieser besonderen Woche darauf eingestellt. Das bedeutete zunächst, dass der Unterricht komplett ausfiel und jeden Tag verschieden Aktivitäten stattfanden.
So war es am Montag zunächst um 10Uhr ein Goûter mit anschließender Repetition des Trommelns und der Tänze für die Feier. Nachmittags wuselte alles durchs Centre, um zu dekorieren. Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Sports. Es wurde gelaufen, balanciert,… Da es an diesem Tag sehr warm war, wurde viele Spiele, die mit Wasser zu tun hatten, ins Programm aufgenommen. Unheimlich schön, die Kinder so ausgelassen spielen zu sehen. Denn selbst diejenigen, die nicht mitspielen konnten, haben mitgefiebert, gejubelt und sich einfach über den Tag gefreut. So war an diesen beiden Tagen eine absolut ausgelassene, fröhlich Stimmung, alle liefen mit einem strahlenden Lächeln durch die Gegend.
Am Mittwoch, meinem freien Tag, gings in die Stadt ein paar Sachen zu erledigen, zu denen die Zeit sonst nicht reicht. Als ich im Begriff war die Innenstadt zu verlassen, bin ich in die Personalausweiskontrolle geraten. Auf den Straßen standen schon LKW’s mit denjenigen, die keine Papiere dabei hatten. Also habe ich die Kopien meines Reisepasses vorgezeigt und bin weitergelaufen, lief alles sehr entspannt ab und diente letztendlich nur dazu, um meinen Namen zu erfahren.
Später gings zu Mex um Alexandre und Estella Hallo zu sagen, wir haben uns Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Mit den beiden bin ich dann nach Hause gefahren, da auch die 2 Kinder, die in Uganda zu Schule gehen, im Moment hier sind. So konnte ich die beiden kennenlernen und die anderen endlich wiedersehen. Wir haben einen wunderschönen Abend verbracht und uns für das nächste Wochenende verabredet.

Am Donnerstag fand im Centre ein Gottesdienst statt, bei dem zehn der kleinen Kinder getauft wurden. Allein deswegen also für alle ein ganz besonderer Tag. Nachmittags wurde das entspannte Wochenprogramm fortgesetzt. Ich habe mit den Kindern Blödsinn gequatscht und einfach Zeit verbracht weil für die Mitarbeiter wieder eine Fortbildung auf dem Programm stand. Gegen Abend fand eine letzte Réunion statt, um die letzten Details für die Feier zu besprechen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Vormittags wurden für Personen 800 Teller und Besteck abgewaschen. Ansonsten wurde weiter dekoriert, die Zelte aufgebaut und Lebensmittel eingekauft.
So gings am Samstag richtig los. Von 10.00 bis um 22.00 Uhr wurde für die 800 erwarteten Personen das Essen vorbereitet. Also wurden unvorstellbaren Mengen geschnippelt, Maniokblätter gezupft, Auberginen, Paprika und Zwiebeln geschnippelt. Zupfen, dünsten, Blätter stampfen, Zupfen, dünsten, stampfen, Zupfen, dünsten, stampfen in der Endlosschleife.
Denn während der Feier sollte es Isombe, also die mit u.a. Auberginen zubereiteten Maniokblätter, Foufou, Fleisch und gebratene Kochbanen, die am Sonntag zubereitet wurden, geben.
Gut ausgepowert gings dann nach Hause, denn am Sonntag musste ja ab 10.00 Uhr wieder voller Einsatz gezeigt werden.

Die Feier fand am Sonntag bei schönstem Wetter und ohne weitere Zwischenfälle statt! Unglaublich, was das die vielfältigen Vorbereitungsteams letztendlich auf die Beine gestellt haben…

-Fortsetzung folgt-

1 1/2 Wochen Allerlei

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Seit gut 1 ½ Wochen gab es nun keinen Bericht mehr – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ich mehr als ausgelastet bin. Diverse Dinge beanspruchen oft mehr Zeit als einem eigentlich lieb ist und als die Nerven vertragen – willkommen im Leben ;) .
Im Centre habe ich die letzte Woche in der classe d’accueil erfolgreich beendet und mich dann, während des letzten, völlig vollgestopften aber wunderschönen Wochenende, auf meine Woche in der Klasse der Autisten gefreut, in der ich letztendlich aber nur Montag und Heute jeweils 2 Stunden verbracht habe. Denn ansonsten läuft im Centre alles stark auf die 20-Jahr-Feier zu. Und zusätzlich sind ja im Moment die 2 „Médecins sans vacances“ da! Das ist wunderbar, denn über die Gelegenheit, neue Dinge zu lernen, würde sich wahrscheinlich keiner beschweren. Trotzdem kommen so aber viele zeitbeanspruchende Dinge zusammen. Schlussfolgerung ist, dass die Nachmittage und vor allem die Mitarbeiter für die Fortbildung eingeplant sind. Somit kann nicht mehr, wie ursprünglich, am Nachmittag in kleinen Gruppen das Programm geprobt werden. Diese  Aktivitäten haben nun vormittags ihren Platz zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr. Nachmittags war ich für die Kinésitherapie eingeplant, da ja auch für die Therapeuten die Fortbildung stattfand. Das hat aber auch nur bedingt geklappt, da diverse Dinge Priorität hatten, die auch noch für die Feier erledigt sein wollen und ich somit den ein oder anderen Tag bastelnder Weise im Büro verbracht habe – sobald es möglich war mit Unterstützung von einigen Mädels.
Und zusätzlich gibt es immer wieder Besucher, die das Centre kennen lernen möchten – letzte Woche Dienstag war so ein Tag. Weder Soeur Agnès noch Jean-Claude waren im Centre, als 2 Amerikanerinnen eintrafen, um an ihrem letzten Tag in Burundi das Centre Akamuri zu sehen. Zunächst wusste keiner wer sie waren, woher sie kommen, was sie wollen und ob sie einen Termin mit Soeur Agnès oder Jean-Claude hatten. Ließ sich alles klären, nur hatten die beiden Glück – denn abgesehen von mir „spricht keiner Englisch“. Und Marcel, der sehr wohl Englisch spricht, hätte sich nicht zugemutet mit den beiden loszuziehen. Also wurde ich herbei gerufen und gebeten, den beiden das Centre zu zeigen.
Zum Einem voll ins kalte Wasser geschmissen weil auf einmal mein Englisch gefragt war und zum Anderen etwas überfordert, da ich ja selbst erst 3 Wochen da war und im Begriff bin, alles kennen zu lernen, bin ich also in Begleitung von Marcel mit den beiden losgezogen. Letztendlich hat das alles wunderbar geklappt, die Fragen sie sie hatten konnte ich gut beantworten – kam eben nur sehr überraschend.
Diese Situation dient aber stellvertretend als Beispiel: Denn viele Burunder haben Englisch gelernt. Da die wenigsten allerdings die Sprache praktizieren fehlt das Vertrauen, einfach loszureden. Für Marcel war die Situation aber wohl Schock genug – denn danach hat er mich gebeten, nur noch auf Englisch mit ihm zu sprechen. Haben wir auch ganz konsequent durchgezogen… :D
Damit ist er aber nicht der Einzige. Denn ich denke, dass gerade durch die East African Community das Interesse an der englischen Sprache wächst – und somit eben auch das Interesse, die Kenntnisse aufzufrischen. So kommt es immer wieder vor, dass die englische Sprache an machen Abenden phasenweise zum Kommunikationsmittel erhoben wird, wenn entdeckt wird, dass ich auch Englisch zu sprechen vermag.

Am Donnerstag bin ich mit Marcel und Else in einer der Antennen gewesen. Unglaublich, was da los war. Es war kaum ausreichend Platz, um mit den Kindern zu arbeiten.  Wir haben verschiedene Ideen besprochen um das Problem zu lösen – mal schauen, was draus wird. Denn letztendlich ist es an den Müttern, diese umzusetzen. Ich habe die beiden begleitet um zum Einen die Antenne kennen zu lernen und zum Anderen Fotos von den Kindern zu machen, die wiederum im Centre benötigt werden.

Übrigens: die Infektion ist nun auch wieder vorbei, die Medikamente haben sofort angeschlagen und ich bin wieder hergestellt. Allerdings laufe ich im Moment mit einer Erkältung durch die Gegend, denn hier geht die Grippe um. Somit bin ich also noch ungeschoren davon gekommen;).

Ansonsten kann ich guten Gewissens behaupten, dass sich im Centre langsam eine Art Alltag einstellt. Denn inzwischen haben die Kinder Vertrauen gefasst und krabbeln mir auf den Arm, wenn sie eine Streicheleinheit oder einfach eine gehörige Portion Aufmerksamkeit bedürfen. Gar nicht so leicht – denn wenn erst einer begonnen hat ist es schwierig, den Schlusspunkt zu finden. In der Klasse der Autisten wird viel übrigens viel gespielt  und gesungen bzw. von den nicht Sängern geklatscht und von den nicht-Klatschern zugehört und von den nicht-Zuhörern gestört ;) Das Spiel, das den Tag beginnt, ist ein Spiel das in 2 Gruppen gespielt wird. Die eine Gruppe ist in der Lage selbstständig zu spielen, die andere bekommt Unterstützung von den anwesenden Müttern. Das Spiel besteht darin, Gegenstände an den Nachbar weiter zu geben und diese somit bis zum letzten Kind durchzureichen, welches die Teile sammelt und anschließend wieder in die Gegenrichtung zurück gibt. Im Anschluss findet noch ein weiteres Spiel, wohl meistens ein Ballspiel, statt. Und im Anschluss wird gesungen – eben auch mit dem Ziel, die Kinder zum sprechen zu animieren.

Nun ja, dies als kurzen Abriss dessen, was sich so ereignet. Auf jeden Fall sind meine Tage im Moment unheimlich vielseitig! Heute Abend hatte ich kurz Gelegenheit mich mit Isaac zu treffen. Tut immer wieder gut und war wunderbar um über gewisse Dinge, die hier vor sich gehen, auch kurz mit ihm zu reden.

Ansonsten nochmal vielen Dank für die lieben E-Mails! Kaum vorstellbar, dass die Adventszeit begonnen hat. Aber Danke Mama, dass du sie mir so nahe wie möglich bringst ;)

P.S.: Ich wollte nun endlich neue Fotos hochladen – daraus wird heute aber nichts, die Internetverbindung ist zu schwach und ich somit erfolglos…

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