Mein letzter Bericht liegt nun einige Zeit zurück – natürlich ist in der Zwischenzeit wieder jede Menge passiert! Am vorletzten Samstag, also am 03.12., standen zwei Feiern auf dem Programm: zum Einen eine Hochzeit einer Cousine von Lorène und Elvis und zum Anderen eine Dot, zu der ich eingeladen worden war. Beginn der kirchlichen Trauung um 15 Uhr, Beginn der Dot um 16 Uhr. Also lautete der Plan folgendermaßen: Nach der kirchlichen Trauung geht’s für Lorène und mich weiter zur Dot, Médi, Alois und Elvis hingegen bleiben bei der Hochzeitsgesellschaft.
Ist schon für europäisches Timing ziemlich aussichtslos, wir wollten das Experiment in Burundi wagen. Dazu ist hinzuzufügen, dass Lorène, was die Pünktlichkeit betrifft, eine echte Afrikanerin ist ;) Wir hatten aber schon damit gerechnet, dass sich sowohl Dot als auch Hochzeit verspäten und wir somit doch noch jeweils pünktlich sind.
Das hat nicht geklappt – denn unsere 2-stündige Verspätung konnte keine der beiden Gesellschaften toppen. Denn pünktlich um 15 Uhr haben wir angefangen Mittag zu essen, danach wurde sich in Ruhe fertig gemacht und umgezogen, denn auch ich trug an diesem Tag traditionelle Kleidung. Also sind wir an der Kirche angekommen, als die zwei schon dabei waren, zu unterschreiben. 5 Minuten später war die Zeremonie zu Ende.
Also telefonierte ich schnell in die Welt, um herauszufinden, wo die Dot genau stattfindet – abgesehen vom Quartier hatte ich sonst keine Informationen. Das ging auch einigermaßen schnell – am Geräuschpegel auf der anderen Seite war aber zu erkennen, dass die Feier (inzwischen war es nach 17 Uhr) auch dort schon begonnen hatte. Blöd, da wir auf der Seite des Mädchens eingeladen waren. Und laut Tradition haben ihre Gäste da zu sein, bevor die Familie des Jungen mit den Gästen, die sich zunächst an einem anderen Ort sammeln, eintrifft. War aber letztendlich kein Drama, zumindest meinem Empfinden nach war unser verspätetes Ankommen wenig auffällig.
Im Vergleich zu uns ist auf jeden Fall zu sagen, dass der Aufwand ein unvorstellbarer ist. Allein für die Dot, so sagte man mir, war ein Komitee von ca. 30 Leuten zuständig. Vorbereitungszeit: ein Jahr. Dementsprechend beeindruckend war die Feier!

Am 03.12. war ebenfalls der journée mondiale du handicap, der internationale Tag der Menschen mit Behinderung.
Und da jetzt am 11.12. die 20 Jahr-Feier im Centre stattfand wurde sich ab Montag im Rahmen dieser besonderen Woche darauf eingestellt. Das bedeutete zunächst, dass der Unterricht komplett ausfiel und jeden Tag verschieden Aktivitäten stattfanden.
So war es am Montag zunächst um 10Uhr ein Goûter mit anschließender Repetition des Trommelns und der Tänze für die Feier. Nachmittags wuselte alles durchs Centre, um zu dekorieren. Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Sports. Es wurde gelaufen, balanciert,… Da es an diesem Tag sehr warm war, wurde viele Spiele, die mit Wasser zu tun hatten, ins Programm aufgenommen. Unheimlich schön, die Kinder so ausgelassen spielen zu sehen. Denn selbst diejenigen, die nicht mitspielen konnten, haben mitgefiebert, gejubelt und sich einfach über den Tag gefreut. So war an diesen beiden Tagen eine absolut ausgelassene, fröhlich Stimmung, alle liefen mit einem strahlenden Lächeln durch die Gegend.
Am Mittwoch, meinem freien Tag, gings in die Stadt ein paar Sachen zu erledigen, zu denen die Zeit sonst nicht reicht. Als ich im Begriff war die Innenstadt zu verlassen, bin ich in die Personalausweiskontrolle geraten. Auf den Straßen standen schon LKW’s mit denjenigen, die keine Papiere dabei hatten. Also habe ich die Kopien meines Reisepasses vorgezeigt und bin weitergelaufen, lief alles sehr entspannt ab und diente letztendlich nur dazu, um meinen Namen zu erfahren.
Später gings zu Mex um Alexandre und Estella Hallo zu sagen, wir haben uns Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Mit den beiden bin ich dann nach Hause gefahren, da auch die 2 Kinder, die in Uganda zu Schule gehen, im Moment hier sind. So konnte ich die beiden kennenlernen und die anderen endlich wiedersehen. Wir haben einen wunderschönen Abend verbracht und uns für das nächste Wochenende verabredet.

Am Donnerstag fand im Centre ein Gottesdienst statt, bei dem zehn der kleinen Kinder getauft wurden. Allein deswegen also für alle ein ganz besonderer Tag. Nachmittags wurde das entspannte Wochenprogramm fortgesetzt. Ich habe mit den Kindern Blödsinn gequatscht und einfach Zeit verbracht weil für die Mitarbeiter wieder eine Fortbildung auf dem Programm stand. Gegen Abend fand eine letzte Réunion statt, um die letzten Details für die Feier zu besprechen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Vormittags wurden für Personen 800 Teller und Besteck abgewaschen. Ansonsten wurde weiter dekoriert, die Zelte aufgebaut und Lebensmittel eingekauft.
So gings am Samstag richtig los. Von 10.00 bis um 22.00 Uhr wurde für die 800 erwarteten Personen das Essen vorbereitet. Also wurden unvorstellbaren Mengen geschnippelt, Maniokblätter gezupft, Auberginen, Paprika und Zwiebeln geschnippelt. Zupfen, dünsten, Blätter stampfen, Zupfen, dünsten, stampfen, Zupfen, dünsten, stampfen in der Endlosschleife.
Denn während der Feier sollte es Isombe, also die mit u.a. Auberginen zubereiteten Maniokblätter, Foufou, Fleisch und gebratene Kochbanen, die am Sonntag zubereitet wurden, geben.
Gut ausgepowert gings dann nach Hause, denn am Sonntag musste ja ab 10.00 Uhr wieder voller Einsatz gezeigt werden.

Die Feier fand am Sonntag bei schönstem Wetter und ohne weitere Zwischenfälle statt! Unglaublich, was das die vielfältigen Vorbereitungsteams letztendlich auf die Beine gestellt haben…

-Fortsetzung folgt-