Euch allen ein frohes neues Jahr!
Mein Start in das Jahr 2012 war etwas holperig, ich hoffe, dass sich das nun gegeben hat!
Der Jahreswechsel ging hier ganz heimlich still und leise über die Bühne, wir waren alle nicht ganz auf dem Damm und haben uns so dagegen entschieden, den Jahreswechsel ausgiebig zu feiern. Die Grippe hat sich aber schnell wieder gelegt und so schien zumindest die erste Woche des Jahres ein sehr entspannte zu werden. Denn für einige Tage bin ich bei Lorène geblieben, da sie inzwischen auch Ferien hatte. Irgendwie hat sich das so ergeben. So habe ich meine lieben im Alexestel aber nicht im Vorfeld informiert und so wenige Tage später einen besorgten Anruf erhalten wo ich denn stecke und wie es mir gehe.
Für viele Besucher bei Lorène war es ein überraschendes Bild, mich draußen an den Töpfen oder beim Erbsenpuhlen zu sehen, denn bei Lorène trage ich meistens einen Stoff, der wie ein Handtuch um den Körper drapiert wird. Die Nachbarinnen sind jedenfalls jedes Mal in lautes freudiges Lachen ausgebrochen wenn sie mich sahen.
Zwischendurch kam eine Frau vorbei, die Mais verkaufen wollte. Ganz ungläubig fragte sie Médi, ob ich wirklich eine Muzungu sei. Lachend wurde das bestätigt und sie zog freudestrahlend von dannen. Auf jeden Fall haben wir eine erholsame Zeit verbracht, viel gequatscht, gekocht und ausgiebig gegammelt. Die Akkus waren also für die Arbeit aufgeladen – dachte ich. Dass ich sie schnellstmöglich wieder entladen würde ahnte ich noch nicht.
Am 3.01. ging es allerdings wieder zurück, da am 4.01. die Reparation des Bootes beginnen sollte. Also wollten Isaac und ich pünklich um 8:00 Uhr am Hafen sein. Das hat auch mehr oder weniger geklappt – leider hat derjenige, der für die Reparatur verantwortlich ist, spontan seine Ferien um eine Woche verlängert und war somit nicht zu sprechen. Folglich ging es wieder nicht voran.
So konnte ich den Mittwoch nutzen, um ein paar Mädels bei mir in Nyakabiga zu besuchen, was noch ganz meinem Ferienprogramm entsprach.
Tja, und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wars vorbei mit der Ferienidylle.
Nachts bin ich mit Fieber, Schüttelfrost und Bachschmerzen aufgewacht, den halben Donnerstag habe ich im Bett verbracht da es mir schlichtweg unmöglich war, aufzustehen.
Nachmittags sollte Verdian verabschiedet werden, die mit ihrer Familie auf Heimaturlaub war und nachts wieder nach Mosambik fliegen sollte. Also habe ich mich mehr schlecht als recht aus dem Bett gepuhlt und bin zu Lorène gefahren. Wirklich besser ging es mir aber nicht, also bestanden Médi und Alois darauf, dass ich mich untersuchen lasse. Das kam mir etwas übetrieben vor, da ich mir sicher war, dass es mir mit etwas Ruhe bald wieder besser gehen würde – Widerworte waren allerdings zwecklos.
Freitag ging es also ins Krankenhaus, um herauszufinden, was ich mir eingefangen hatte, obwohl es mir inzwischen schon wider besser ging. Die Untersuchungen, die mir nach einer ordentlichen wartezeit verordnet wurden, hatten allerdings einen so horrenden Preis, dass wir postwendend das Krankenhaus verlassen haben.
Um sicher zu gehen, dass ich mir nicht die Malaria eingehandelt hatte, bestand Médi aber auf die Blutuntersuchung, die wir andernorts machen ließen – 1 ½ Std. später sollten wir die Ergebnisse abholen können.
Nachmittags ging es mir wiederum besser, also konnte ich meine Version: „heftige Grippe ohne Husten“ gut an den Mann bringen. Der Frieden wehrte nicht lange, denn die Ergebnisse der Blutuntersuchung offenbarten, dass ich nicht nur Malaria sondern auch Typhusfieber hatte.
Trotzdem fuhren wir erneut ins Krankenhaus, um Medikamente zu bekommen.
Glücklicherweise war mir die ganze Zeit nie schlecht gewesen, somit wurden mir Tabletten verschrieben und gut wars. Andernfalls hätte ich 3 Tage dort bleiben müssen, um die Mittel per Infusion zu bekommen. Samstag habe ich also begonnen, die Pillen gegen die Malaria zu schlucken, die ich 3 Tage lang nehmen musste und am Montag zum letzten Mal genommen habe. Inzwischen ging es mir eigentlich wieder gut, nun war es das Medikament, das mich aus den Latschen gehauen hat. Also habe ich das Bett selten verlassen, da mir ständig schwindelig und ich sehr schwach war. Inzwischen nehme ich nur noch das Medikament gegen das Typhusfieber und bin frohen Mutes, dass ich am Montag wieder im Centre sein werde.
Ganz auf der Höhe bin ich noch nicht, heute Vormittag war ich mit Medi in der Stadt, da ich dringend zur Bank musste – und war doch recht geschafft, als wir wieder zurück waren. Aber bis Montag bleiben mir ja noch ein paar Tage.